Die Ukraine hat 15.000 Soldaten an der Grenze zu Russland zusammengezogen. Russland hat im Gegenzug drei atomar bestückbare Raketen getestet. Dabei handelt es sich wohl nur um Säbelrasseln, allerdings um sehr lautes.
Eine Interkontinentalrakete vom Typ Topol-M (Nato-Code: SS-25 Sickle) ist laut russischem Verteidigungsministerium vom Weltraumbahnhof Plessezk abgeschossen worden. Zwei Atom-U-Boote haben je eine Rakete abgefeuert. Die Geschoße haben ihre Ziele auf Truppenübungsplätzen getroffen. Außerdem hat die Armee mehrere Marschflugkörper getestet. Die Aktion ist offiziell eine "geplante Übung unter Aufsicht von Präsident und Oberbefehlshaber Wladimir Putin".
Soldaten an der Grenze?
Während Kiew Militärs an die Grenze geschickt hat, behauptet Moskau, seine Soldaten von dort abgezogen zu haben. USA und NATO stellen allerdings fest, dass sie von dem angeblichen Abzug der Russen nichts merken und es dafür keine Belege gebe.
Separatisten bleiben bei Volksabstimmung
Die pro-russischen Kräfte in der Ostukraine verschieben das geplante Referendum über eine Unabhängigkeit auch nicht - trotz der Aufforderung vohält man an der Befragung am Muttertag fest.
Putin hatte auch die ukrainische Führung in Kiew aufgefordert, ihre "Anti-Terror-Operation" im Osten des Landes zu beenden, was diese aber ebenfalls ablehnte.
Referendum zur Eigenständigkeit
Bei dem Referendum sollen über drei Millionen Einwohner der russisch geprägten Gebiete Donezk und Lugansk (Luhansk) entscheiden, ob sie eine Abspaltung von der prowestlichen Zentralregierung in Kiew unterstützen. Sie werden gefragt, ob ihre Region eigenständig werden soll.
"Feind überschritt Grenze"
Eine diplomatische Lösung des Konflikts wird immer unwahrscheinlicher. Der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk warf Russland mit scharfen Worten einen Angriff auf sein Land vor. "Erstmals seit 1941 hat der Feind die Grenzen der Ukraine überschritten", so Jazenjuk. Moskau habe die territoriale Einheit der früheren Sowjetrepublik verletzt, einen Teil des Staatsgebietes annektiert und terroristische Gruppen entsandt.
Die EU-Außenminister beraten am Montag über weitere Sanktionen gegen Russland.