Motor-Streit: Will Red Bull die Formel 1 erpressen?

Helmut Marko
Helmut Marko(Bild: Gepa Pictures/ Daniel Goetzhaber)
Red Bull hat ein Motorenproblem – und macht Druck auf die Formel 1! Doch das sorgt bei der FIA nicht gerade für gute Stimmung.

Der Austro-Rennstall hat ein Problem: Triebwerk-Lieferant Honda zieht sich 2021 aus der Formel 1 zurück. Das Angebot an alternativen und leistbaren Motoren ist aber gering. Deswegen wollen die "Bullen" den Antrieb auf Basis der Honda-Technologie selbst in Schuss halten. Das geht aber nur unter der Voraussetzung, dass spätestens 2022 die Motor-Technologie in der Formel 1 eingefroren wird.

Dazu ist die Zustimmung der FIA und der Formel 1 nötig. Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko stellt klar: "Wir brauchen eine Entscheidung bis spätestens Mitte November. Nur wenn die Entwicklung eingefroren wird, funktioniert unser Projekt. Wir können die Motoren in Milton Keynes warten und zusammenbauen, aber nicht weiterentwickeln."

FIA-Präsident Jean Todt reagiert auf das Drängen verschnupft: "Ich respektiere jede Meinung und jeden Antrag, werde mich aber nicht erpressen lassen. Von keinem", meint der Franzose bei "auto, motor und sport". Seine Begründung: "Im Mai hat uns Red Bull erzählt, dass es auf keinen Fall einen Entwicklungsstopp geben darf, weil Honda sonst aussteigt. Jetzt wollen sie das Gegenteil. So schnell kann das in dem Geschäft gehen."

Problem: Es gibt Überlegungen, umweltfreundlichere Motoren vorzeitig einzuführen. Das lässt sich mit einem Entwicklungs-Stopp freilich nicht umsetzen. Todt stellt klar: "Am Ende zählen für mich nur die richtigen Argumente, nicht irgendwelche Drohungen."

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