Markus G. aus Niederösterreich leidet seit 15 Jahren an Multipler Sklerose (MS). "Es ist in den letzten zwei bis drei Jahren bedeutend schlimmer geworden", schildert er im "Heute"-Gespräch. "Schon den Müll rauszutragen ist eine riesige Anstrengung geworden. Konnte ich 2019 noch 1,5 Kilometer mit unserer kleinen Hündin Nico Gassi gehen, hat sich meine Strecke bis heute, je nach Tagesverfassung, auf 200 bis 400 Meter verkürzt. Ohne Walking-Stöcke geht es kaum mehr."
Manchmal muss der 39-Jährige den Rollator zur Hilfe nehmen, im Sommer ging es häufig nur mehr mit dem Rollstuhl. Wie viele MS-Patienten erschwert bei Markus G. das sogenannte Uhthoff-Syndrom seine Bewegung, wenn die Temperaturen steigen. Die Hitze verschlimmert die chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems.
"Die rapiden Verschlechterungen haben mir vor Augen geführt, was ich vor Jahren noch für unmöglich hielt – ein Leben im Rollstuhl. Und damit muss ich auch den Kinderwunsch mit meiner Frau aufgeben", sagt Markus G. bedrückt. Doch seinen größten Wunsch will sich der Niederösterreicher um jeden Preis erfüllen.
Es gibt eine Behandlung, die ihn davor bewahren kann, nie wieder gehen zu können und ihm die Möglichkeit schenkt, ein aktiver Vater zu werden: Die autologe Stammzell-Transplantion (aHSCT) soll das Fortschreiten der Behinderung bei 80 bis 90 Prozent der MS-Patienten stoppen. Der Hacken: Die Behandlung ist kostenintensiv und wird von der Krankenkassa nicht unterstützt, weil sie in Österreich noch als "experimentell" gilt. In Deutschland, England und Russland wird es jedoch angeboten.
Der Eingriff kostet 45.000 Euro, dazu kommen noch die Reisekosten nach Moskau, wo sich die renommierteste Klinik befindet, die bereits über 2.000 MS-Patienten geholfen hat. "31.000 Euro habe ich selbst finanziert. Mir fehlen jetzt noch etwa 11.000 Euro für die Behandlung", erklärt Markus G. Auf GoFundMe hat er eine Spenden-Aktion ins Leben gerufen, in der Hoffnung, nicht sein Leben lang auf den Rollstuhl angewiesen zu sein.
Der Eingriff ist kompliziert: "Das ganze Immunsystem wird resetet", so der MS-Kranke. Erst sind genaue Testungen notwendig, um zu klären, ob die Transplantation überhaupt möglich ist. Dafür hat Markus G. nun sein Go bekommen. Er erhält drei bis vier Tage lang verschiedene Spritzen, um seine Stammzellen zu aktivieren. Nach einem Tag Pause werden die Zellen mittels Venenkatheter entnommen, eingefroren und später wieder zurücktransplantiert, bevor eine viertägige Chemotherapie und eine Woche in Isolation folgen. "Das ist die riskanteste Phase".
Wenn die weißen Bluttkörperchen wieder ansteigen, kann Markus G. hoffentlich bald "Stammzellen-Geburtstag" feiern und sich wieder freier bewegen. "Das wäre mein größter Wunsch."