Mückstein kündigt im ORF Verschärfung der Maßnahmen an

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein war am 20. Oktober 2021 in der ZIB2 zu Gast.
Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein war am 20. Oktober 2021 in der ZIB2 zu Gast.Screenshot ORF
Der jüngste Corona-Anstieg bereitet der Regierung Sorge. In der "ZIB2" prognostiziert Gesundheitsminister Mückstein eine Verschärfung der Maßnahmen.

Mehr als 3.700 neue Corona-Fälle wurden am Dienstag in Österreich registriert. Die Zahl der Neuinfektionen ist damit neuerlich deutlich in die Höhe geschnellt. Am 1. November soll deshalb nun auch die 3G-Regel am Arbeitsplatz in Kraft treten. Die Regierung verspricht sich dadurch die Zündung eines weitere Impf-Turbos – die Zahl der täglich verabreichten Jauckerl war zuletzt immer mehr zurückgegangen.

In der "ZIB2" erklärte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) Dienstagnacht die aktuelle Corona-Lage in Österreich. Dabei hatte er auch eine düstere Prognose im Gepäck.

"Wir haben eine Seitwärtsbewegung gehabt und jetzt gehen die Zahlen rauf. Über 1.000 Einmeldungen aus Oberösterreich alleine, im Burgenland schaut's besser aus", so der Ressort-Chef zu ORF-Moderator Armin Wolf..

Was genau den rapiden Anstieg in den letzten Tagen ausgelöst hat, weiß Mückstein (noch) nicht. "Wir beobachten das sehr genau, es gibt derzeit noch keine Erklärung, warum das jetzt so ist."

Bringt 3G im Job Impfturbo?

Mit der heute vorgestellten 3G-Regel im Job habe die Regierung ein zusätzliches Sicherheitsnetz vor Ansteckungen am Arbeitsplatz geschaffen. Gleichzeitig erhofft sich Mückstein durch den Test-Zwang einen Impfturbo. "Ungeimpfte werden schauen müssen, dass sie zu einem gültigen Test kommen."

Diese sollen vorerst aber noch kostenfrei bleiben. Die Idee war aber bereits am Tisch: "Das haben wir im September evaluiert. Wir haben uns heute entschieden, dass die Tests kostenlos bleiben".

Dennoch appelliert der Gesundheitsminister weiter an alle Bürger, sich impfen zu lassen. Rund 85 Prozent der Bevölkerung müssten immunisiert (geimpft, genesen) sein, damit die Pandemie hierzulande endlich nachhaltig abflaut. Davon sind wir aber noch weit entfernt.

"Brauchen mehr geimpfte Leute"

Mit rund 61,93 Prozent an doppelt Geimpften sei der Impffortschritt in Österreich noch zu gering, um die Maßnahmen zurückzunehmen. Die Zahl der Genesen ist derzeit nicht bekannt, die letzte Antikörper-Studie zur Dunkelziffer liegt schon eine Zeit zurück. Eine neue ist zwar bereits durch Bildungsminister Heinz Faßmann beauftragt worden, die Ergebnisse stehen aber noch aus. 

Deshalb wird Mückstein nicht müde, zu betonen: "Wir brauchen mehr geimpfte Leute in Österreich". Derweil setzt man weiter auf Aufklärung und vor allem Freiwilligkeit, eine bundesweite Impfpflicht etwa beim Pflegepersonal wird nicht kommen. "Wir wissen aber auch, dass gerade das Pflegepersonal in 5 bis 10 Prozent eine Impfpflicht nicht akzeptieren würde" – diese Angestellten würden aber dringend gebraucht.

Maßnahmen werden verschärft werden

Zwar ist der aktuelle Stufenplan der Corona-Maßnahmen an die Auslastung der Intensivstationen und nicht die täglichen Neuinfektionen gekoppelt (Mückstein: "eine kluge Entscheidung") – doch auch dort rechnet der Minister bald mit einem Anstieg. Seine düstere Prognose: "Wir werden die zweite und dritte Stufe erreichen!" Das bedeutet verschärfte Covid-Regeln im ganzen Land – die Details erfährst du in der Infografik unten.

Ein bundesweiter Lockdown ist derzeit aber nicht geplant: "Eine Einschränkung für Geimpfte macht einfach keinen Sinn. Wir müssen weiter impfen und Ungeimpfte schützen."

Und wann ist Pandemie endlich vorbei?

"Wenn wir sicher sein können, dass die Intensivstationen keine Probleme bekommen werden, dann können wir die Maßnahmen wieder aufheben. Wir müssen jetzt den Menschen erklären, wie wichtig das impfen ist. Die Impfung ist der einzige Weg aus der Pandemie."

Experten-Schätzungen hinsichtlich einer Entspannung am Ende des ersten Quartals 2022 will Mückstein gegenüber Wolf nicht weiter kommentieren. "Das ist für mich jetzt im Oktober nicht relevant, was vielleicht im März ist."

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