Müll nicht getrennt – Polizei verfolgt Mann in St. Pölten

Der Polizeibus bog vom Gehsteig dann in den Stadtpark ab.
Der Polizeibus bog vom Gehsteig dann in den Stadtpark ab.privat
Einen Vorgeschmack auf die Härte der Exekutive am Silvesterabend bekam ein St. Pöltner: Wegen in eine Tonne geworfenem Müll wurde er angehalten.

Am Weg zu Fuß in einen Supermarkt entsorgte ein St. Pöltner zwei Plastikcolaflaschen, ein Semmerl-Sackerl sowie eine Einweg-Glasflasche in einem öffentlichen Mistkübel. "In diesem Moment kam die Polizei ums Eck, ich ging weiter, hörte plötzlich Motorgeräusche hinter mir am Gehsteig und dachte mir noch: Geh, das kann jetzt aber nicht wegen mir sein."

Mahnung ohne Maske

Der Polizeibus hielt an, ein routinierter Inspektor mahnte den Landeshauptstädter: "Noch nie was von Mülltrennung gehört?" Der Angestellte erwiderte nur: "Ich habe nichts getan, was gegen das Gesetz verstößt." Um einer Eskalation zu entgehen schwieg der "Sünder" nach der Belehrung. Der Polizeibus-Lenker (zwei Beamte vorne im Bus: ermahnender Inspektor ohne MNS-Maske, junger Inspektor daneben mit Maske) bog dann ein in Richtung Stadtpark.

"Kontrollieren statt sekkieren"

"Wir setzten am heutigen Silvestertag verstärkt auf Polizeipräsenz, haben mehr Streifen draußen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk auf Feuerwerk und Böller sowie die Einhaltung der Covid-Maßnahmen", erklärt Polizeisprecher Heinz Holub. Zur Mülltrennung meinte der Sprecher beschwichtigend: "Der Kollege dürfte darauf Wert legen, ist bei Polizisten nicht anders als bei Menschen – der eine ist so, der andere so." Der Landespolizeisprecher betonte aber, man wolle "nur kontrollieren und die Leute nicht sekkieren". 

"War schräg"

Der "Müllsünder" holte dann am Rückweg aus freien Stücken die Buntglasflasche aus dem Müll und ging zum nächsten Buntglas-Container. "Weil er ja grundsätzlich Recht hatte. Ich persönlich trenne nur in Maßen Müll, hauptsächlich bringe ich eigentlich Papier und Pfandflaschen retour." Ob er Angst hatte? "Nein, Angst ist das falsche Wort, aber es war schräg und unangenehm."

Experten sind sich über Mülltrennung übrigens uneinig. Befürworter schwören auf Trennung des Haushaltsmülls. Kritiker befinden, dass Haushaltsmüll-Trennung völlig nebensächlich sei, da zu viele Produkte und Verpackungen aus Materialmischungen bestehen, die sich kaum trennen und wiederverwerten lassen. Nicht Bürger sondern Politik und Industrie seien gefordert.

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