Der Schlager verliert im Fernsehen zunehmend seine großen Bühnen. Nach mehr als 30 Jahren endet "Immer wieder sonntags" mit Stefan Mross nach der laufenden Saison. Auch die "Beatrice Egli Show" verschwindet aus dem Ersten.
Einer, der selbst noch eine der großen Musikshows moderiert, schlägt deshalb Alarm: Giovanni Zarrella.
Im Interview mit "Schlagerpuls" macht der 48-Jährige deutlich, wie sehr sich die Fernsehlandschaft seit seinen eigenen Anfängen verändert habe. Früher habe es mit MTV, der "Harald Schmidt Show", dem Echo, "Immer wieder sonntags" oder dem "ZDF-Fernsehgarten" zahlreiche Möglichkeiten für Musiker gegeben, sich einem großen Publikum zu präsentieren.
Heute sieht die Situation anders aus.
"Diese Sendungen werden immer wichtiger", sagt Zarrella. Seine klare Forderung: "Jetzt müssen wir wirklich darum kämpfen, dass diese Sendungen bleiben."
Für ihn seien die großen Unterhaltungsshows längst ein Stück "TV-DNA". Gerade die klassischen Musiksendungen am Samstagabend müssten deshalb auch in Zukunft ihren Platz im Programm behalten.
Dass der Kampf um die wenigen verbliebenen TV-Plätze tatsächlich härter wird, berichten mittlerweile auch Künstler. Sängerin Ella Endlich erklärte erst kürzlich, dass die Budgets der Sender schrumpfen und Auftritte bei Zarrella oder Florian Silbereisen entsprechend begehrter würden.
Zarrella selbst hat vorerst Planungssicherheit. Seine "Giovanni Zarrella Show" läuft seit 2021 im ZDF, sein Vertrag wurde bis 2028 verlängert. Ende August steht außerdem die große Sommerparty seiner Show an.
Doch ausgerechnet der Mann, dessen eigene Schlagershow vorerst sicher ist, warnt nun davor, die anderen großen Bühnen verschwinden zu lassen.
Denn irgendwann gibt es auch für die größten Schlagerstars ein Problem: jede Menge neue Songs – aber immer weniger Sendungen, in denen sie diese einem Millionenpublikum präsentieren können.