Mehr statt weniger Arbeit!

"Müssen mehr arbeiten" – Ministerin macht Kampfansage

In der Arbeitszeit-Debatte übernimmt das ÖVP-Milieu die Initiative. Die Industrie fordert eine 41-Stunden-Woche, Ministerin Edtstadler ist offen.

"Müssen mehr arbeiten" – Ministerin macht Kampfansage
Verfassungsministerin Karoline Edtstadler begrüßt den Vorstoß der Industriellenvereinigung.
Martin Juen / SEPA.Media / picturedesk.com

Die Arbeitszeit-Debatte ist einer der großen Streitpunkte zwischen SPÖ und ÖVP. Der rote Parteichef Andreas Babler ist großer Befürworter einer 32-Stunden-Woche, für die Volkspartei kommt das nicht infrage. Nun wagte das ÖVP-Milieu einen Vorstoß, die Industriellenvereinigung (IV) fordert eine 41-Stunden-Woche.

IV-Generalsekretär Christoph Neumayer sprach am Montag auch von einer "Unzahl an Feiertagen" in Österreich, ein Thema, das man angehen müsse.

"Mehr statt weniger arbeiten"

Prominente Unterstützung für die Idee gibt es jetzt von Verfassungsministerin Karoline Edtstadler (ÖVP). "Wenn wir unseren Wohlstand erhalten wollen, müssen wir mehr statt weniger arbeiten", sagte die Politikerin bei einer Veranstaltung im Haus der Industrie am Dienstag. Gleichzeitig rechnete sie mit "linken Träumen" einer Arbeitszeitverkürzung ab, damit "wird es sich nicht ausgehen", so Edtstadler.

Lohnabschlüsse "eine Herausforderung"

Die "hohen Lohnabschlüsse" sind laut der Ministerin "eine Herausforderung". Es gehe darum, die Wirtschaft nicht noch weiter zu belasten. Daher habe sie auch den nationalen Klimaplan ihrer Kollegin Leonore Gewessler (Grüne) zurückgezogen. Dieser sei nicht abgestimmt gewesen und habe einseitige Maßnahmen enthalten, die teilweise nicht im Interesse Österreichs gewesen wären.

Apropos Klimaplan: Die EU forderte Österreich schon mehrmals auf, den Klimaplan vorzulegen. Brüssel hat mittlerweile ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet, was zu empfindlich hohen Strafzahlungen führen könnte. Die Frist für die Abgabe des Plans endet im Juni.

"Anschlag auf Arbeitnehmer"

SPÖ und Gewerkschaft kritisierten die Pläne der IV und ÖVP heftig. Eine Arbeitszeitverlängerung sei ein "Affront gegenüber den Arbeitnehmern, die durch ihre Leistungsbereitschaft unser Land zu einem der reichsten Europas gemacht haben", tobte GPA-Vorsitzende Barbara Treiber. Sie forderte eine Arbeitszeitverkürzung.

Klaus Seltenheim (rechts) spricht von einem "Anschlag auf Arbeitnehmer".
Klaus Seltenheim (rechts) spricht von einem "Anschlag auf Arbeitnehmer".
HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim ortet "den nächsten Anschlag auf Arbeitnehmer". Die Unternehmen hätten stark von der gewachsenen Produktivität der vergangenen Jahrzehnte profitiert, die Arbeitnehmer müssten "auch endlich ein Stück vom Kuchen bekommen". Seltenheim warb gemäß der Parteilinie für eine weitere Arbeitszeitverkürzung und die Vier-Tage-Woche.

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    Auf den Punkt gebracht

    • In der Arbeitszeit-Debatte in Österreich fordert die Industrie eine 41-Stunden-Woche, was von der Verfassungsministerin Karoline Edtstadler unterstützt wird
    • Sie betont, dass mehr Arbeit notwendig sei, um den Wohlstand zu erhalten
    • Die SPÖ und Gewerkschaften kritisieren die Pläne heftig und fordern stattdessen eine Arbeitszeitverkürzung
    nico, red
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