Museums-Schubser suchte stundenlang nach Opfer

Einige Stunden bevor ein 17-Jähriger einen kleinen Bub aus dem 10. Stock des Tate Museum in London schubste, fiel sein "seltsames Verhalten" anderen Besuchern auf.
Der Teenager, der unter Verdacht steht, einen Sechsjährigen von der Aussichtsplattform des Londoner Museums Tate Modern geschubst zu haben, hat laut Scotland Yard möglicherweise bis zu zwei Stunden damit verbracht, sein Opfer auszuwählen.

Augenzeugen berichteten der "Telegraph", der 17-Jährige habe sich Sonntagmittag auf der Galerie verdächtig benommen. Gegen 14.30 Uhr soll er dann den kleinen Buben vor den Augen der entsetzten Eltern geschnappt und ihn vom zehnten Stock hinunter geschleudert haben. Der Bub landete auf dem Dach in der fünften Etage.

Wie die Behörden weiter bekannt gaben, handelte es sich beim Opfer und seinen Eltern um eine Familie aus Frankreich, die sich in der britischen Hauptstadt zu Besuch befand. Zeugen des dramatischen Vorfalls berichteten, sie hätten am Sonntag die Mutter des Buben laut schreien hören: "Wo ist mein Sohn, wo ist mein Sohn?" Die Frau habe "verzweifelt geweint", sagte die Journalistin Olga Malchewska. Mark Welte aus San Francisco erzählte der BBC, wie die Mutter daran gehindert werden musste, auf das Geländer zu klettern, um hinter ihrem Sohn her zu springen.

CommentCreated with Sketch.17 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Er verhielt sich seltsam

Der 47-jährigen Nancy Barnfield aus Rochdale fiel die «seltsame Art» des Teenagers auf. "Er folgte uns überall hin", erzählt die Britin der "Daily Mail". Sie habe ihre Kinder gewarnt, sich vom jungen Mann fernzuhalten. "Er hatte die ganze Zeit seine Hände hinter dem Rücken und stand mit dem Rücken zur Wand." Die Barnfields hätten dann etwas Distanz zu ihm genommen. "Als nächstes hörte ich die Schreie der Frau und sah, wie andere Besucher den jungen Mann festhielten."

Barnfield beschreibt den Täter als weiß und unrasiert. Er habe ein blaues T-Shirt getragen. "Er stand nur da und wirkte ziemlich ruhig." Weitere Zeugen sagten der Polizei, dass er während der Festnahme "die Sozialdienste" für seine Tat verantwortlich gemacht habe.

Wie geht es dem Kind?



Der Sechsjährige befindet sich "nicht mehr in einer lebensbedrohlichen Lage". Der Bub sei in einem "kritischen, aber stabilen Zustand", sagte ein Polizeisprecher am Montag.

Die Ermittler forderten inzwischen weitere Augenzeugen des Zwischenfalls auf, sich zu melden. Die Ermittler wollten auch mit Menschen sprechen, die ein bis zwei Stunden vorher den Teenager gesehen hätten, dessen Verhalten "unpassend, verdächtig oder besorgniserregend" gewirkt habe.

Das Museum für moderne Kunst wurde nach dem Vorfall zunächst abgeriegelt und später evakuiert. Am Montag öffnete die Tate Modern wieder, die Aussichtsplattform blieb allerdings geschlossen. (kle)

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