Muslimischer Häfn-Seelsorger warnt vor Radikalisierung

Der in der Justizanstalt Josefstadt ehrenamtlich tätige muslimische Gefängnis-Seelsorger Ramazan Demir packt aus. Er fühlt sich beim Kampf gegen Radikalisierung von der Regierung im Stich gelassen.

"Ich als religiöser Amsträger beobachte einen Anstieg der Radikalisierung in Gefängnissen", sagt Demir sagte der türkischen Agentur Anadolu. "Wir sagen der Regierung: 'Helft uns, lasst uns diese Radikalisierung bekämpfen. Aber noch immer kommt keine Unterstützung.'"

"Radikale Häftlinge können Mitinsassen leicht beeinflussen"

Häftlinge seien besonders anfällig für radikale Strömungen: "Häftlinge zeigen Interesse an Religion, während sie im Gefängnis sitzen Sie fragen die nächsten Häftlinge; wenn diese Mitglieder von Daesh (IS, Anm.) sind oder ähnliche radikale Meinungen haben, können sie diese leicht beeinflussen, weil das religiöse Wissen der Häftlinge nur schwach ausgeprägt ist."
Seit 21 Jahren bietet die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) muslimischen Häftlingen geistlichen Beistand an, berichtet die türkische Zeitung "Daily Sabah Europe". Einer dieser Freiwilligen ist Demir, der seit sechs Jahren in der Justizanstalt Josefstadt tätig ist. 

Mangelnde Unterstützung für nichtchristliche Seelsorger?

Der Seelsorger kritisiert die fehlende finanzielle Unterstützung der Regierung, die müsste muslimischen, buddhistischen und jüdischen Seelsorgern dieselben Chancen geben wie christlichen. Die Internationale Vereinigung von Gefängnisseelsorgern (IPCA) wirft Österreich vor, dass nur katholische Priester und Seelsorger vom Staat angestellt werden.

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