Muss man künftig bei Polizei-Kontrolle Haare lassen?

Eine Szene aus dem Polizei-Alltag: Ein Jugendlicher wird überprüft, verhält sich auffällig, doch der Alkotest ist negativ. Einem ÖVP-Plan zufolge soll es danach so weitergehen: Es geht zum Amtsarzt, der ein Haar verlangt. Im Schnellverfahren verrät eine Überprüfung dann innerhalb weniger Tage Details zum Drogenkonsum.

Die Tests sollen aber nicht nur bei Verkehrskontrollen durchgeführt werden. Bei Verdacht kann geprüft werden. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (VP) zu "Heute": "Die Haaranalyse ist genauer und aussagekräftiger als Harnuntersuchungen und ermöglicht eine lückenlose Beobachtung des Drogenkonsums über einen längeren Zeitraum."

Interessant: Je länger das Haar, desto genauer die Auskunft. Fünf Zentimeter geben Aufschluss über das Drogenverhalten der vergangenen vier Monate. Eine Glatze hilft nichts: Der Test funktioniert bei jedem Körperhaar.

Ziel: ein genaueres Bild vom Suchtverhalten. So könnten z.B. Jugendliche, die Drogen lediglich "probiert" haben, laut Ministerium besser vor Sucht bewahrt werden. Kritiker befürchten eine Kriminalisierung von "Erstkonsumenten" und höhere Kosten. Das Ministerium weist das zurück. Noch vor dem Sommer ist ein Pilotprojekt geplant.

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