Nach einem Slapstick-Überfall auf eine Sparkassa in Poysdorf (NÖ) musste Franz S. (69) jetzt vor Gericht. Beim Raubversuch hatte ihn ein 83-Jähriger in die Flucht geschlagen.
Dieser Fall stellt sogar Austro-Krimikomödien in den Schatten: Mit dem Radl war Franz S. im April zur Bank gefahren, stellte sich brav an der Schlange an (an der falschen übrigens – am Lottoannahmeschalter der Dorfbank), zückte ein Küchenmesser und schrie: "Geld her, ich hab ein Messer!" Der dahinterstehende Karl Ferchländer (83) bemerkte die mangelnde Routine des "Räubers", setzte ihm zwei Finger an den Hals und sagte forsch: "Und ich hab einen Revolver."
Völlig außer Tritt steckte Franz S. das Messer ein, schwang sich auf seinen Drahtesel, fuhr heim und wurde prompt verhaftet. Sehenswert auch der Auftritt gestern vor Gericht: "Die Augengläser haben mich verraten. Hätte ich keine Brille getragen, wäre ich niemals hier", meinte der einheimische Angeklagte felsenfest und lamentierte: "Es war nicht g’scheit. Ich habe renoviert, das Dach bereits abgedeckt und dann kam ich drauf, dass ich Geld brauche." Als die Richterin das Urteil von 2,5 Jahren Haft verkündete (nicht rechtskräftig), fing Franz S. hemmungslos zu weinen an.