89-Jährige starb

Mutter "dahinvegetiert" – Sohn und Tochter vor Gericht

Eine 89-jährige Frau soll über Monate unter schlimmsten Bedingungen gelebt haben. Nun müssen sich ihr Sohn und ihre Tochter vor Gericht verantworten.
Oberösterreich Heute
22.07.2026, 16:39
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Am Landesgericht Linz startet am Mittwoch kommender Woche ein aufwühlender Prozess: Eine 71-jährige Frau und ihr 55 Jahre alter Bruder sitzen wegen des Todes ihrer 89-jährigen Mutter auf der Anklagebank. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden vor, die pflegebedürftige Pensionistin über Monate hinweg gröblich vernachlässigt zu haben.

Laut Anklage soll der Mann die Pflege seiner Mutter übernommen haben – allerdings auf erschütternde Weise. Er soll die hygienische Versorgung massiv vernachlässigt und die betagte Frau immer wieder in ihren eigenen Exkrementen liegen gelassen haben. Dadurch habe sie schwerste Hautablösungen erlitten.

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"Vermüllt und verschimmelt"

Auch die Schwester muss sich vor Gericht verantworten. Obwohl sie laut Staatsanwaltschaft von den unhaltbaren Zuständen gewusst haben soll, habe sie nichts unternommen. Sie soll weder eine ausreichende ärztliche Behandlung organisiert noch dafür gesorgt haben, dass ihre Mutter in ein Krankenhaus oder Pflegeheim gebracht wird.

Besonders schockierend sind die Zustände, die am Wohnort der Frau festgestellt worden sein sollen. Laut Anklage lebte die 89-Jährige in einer "vermüllten und teils stark verschimmelten Umgebung". Die Pensionistin soll dort unter völlig unzureichenden Bedingungen "dahinvegetiert" sein.

Lange Haft droht

Als die Frau schließlich starb, soll sie sich in einem katastrophalen Gesundheitszustand befunden haben. Die Staatsanwaltschaft spricht von teils entzündlich-eitrigen Gewebsveränderungen, einem höchst eingeschränkten Ernährungszustand sowie deutlichen Anzeichen einer Dehydration. Dieser Zustand soll schließlich zu ihrem Tod beigetragen haben

Am Mittwoch müssen sich die beiden am Linzer Landesgericht verantworten. Den Angeklagten, für die die Unschuldsvermutung gilt, droht im Fall einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren.

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