Mutter der toten Michelle verteidigt Unglückslenker

Die Mutter jener 16-Jährigen, die in der Nacht auf Freitag bei einem Autounfall starb, nimmt nun den Unfall-Lenker in Schutz.

Die 16-jährige Michelle S. starb in der Nacht zum 16. Juni auf einer Gemeindestraße im steirischen Ort Neuberg am der Mürz. Sie war mit ihrem gleichaltrigen Nachbarn unterwegs, der sie nachhause brachte, weil sie etwas getrunken hatte.

Ersten Medienberichten zufolge soll sie auf einer Party gewesen sein. Ihr 16-jähriger Nachbar, der noch keinen Führerschein besitzt, fuhr sie danach nach Hause. Nach dem Unfall, bei dem sich der nicht zugelassene Geländewagen mehrmals überschlagen hat, soll sich der Bursche mit einer Gehirnerschütterung vom Unfallort entfernt und das Mädchen zurückgelassen haben.

War nicht so

Es stellte sich heraus, dass die Geschichte so nicht stimmt. Der Bursche entfernte sich nicht vom Unfallort. Die beiden wurden gefunden, weil seine Eltern das Fehlen des Geländewagens bemerkten und sich gemeinsam mit Michelles Stiefvater auf die Suche machten.

Viele Gerüchte

Viele Gerüchte und Anschuldigungen machten nach dem Unfall in sozialen Netzwerken und im Ort die Runde. Ausgerechnet die Mutter der verstorbenen Michelle nimmt nun den Unglückslenker in Schutz:

"Michelle und ihre Freunde feierten keine Partynacht sondern setzten sich bis ca 23h zum Grillen zusammen. Da Michelle etwas getrunken hatte entschieden sie gemeinsam, das (der 16-Jährige) sie nach Hause fährt, niemand konnte ahnen wie schrecklich dieser Abend für die Freunde enden würde", schrieb sie in einem Facebook-Posting, das in der Folge mehr als 1.300 Mal geteilt wurde.

Kein Zeitpunkt für Verurteilung

Sie distanziert sich auf das Schärfste von den Anschuldigungen gegen den 16-Jährigen. Er habe sich nicht vom Unfallort entfernt, er und die Tote wurden ebendort aufgefunden. "Es ist nicht der richtige Zeitpunkt für ein Urteil, sondern für andere Dinge: einfach mittrauern, Trost spenden und versuchen das Leben aller Betroffenen erträglich zu machen", schreibt sie zum Schluss.

Ermittlungen gehen weiter

Die Polizei hat die Ermittlungen in dem Fall noch nicht abgeschlossen. Der Unfall-Lenker wurde noch nicht von der Polizei befragt, auch die Ergebnisse der kriminaltechnischen Untersuchung und der Blutanalyse steht noch aus.

Michelle wird am Freitag in ihrem Heimatort Kapellen (Gemeinde Neuberg an der Mürz) beerdigt.

(csc)

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