Österreich

Mütter, die ihr Kind hergeben: "Man geht durch die H...

Heute Redaktion
14.09.2021, 17:07

Aufwachsen ohne Mama und Papa - dieses Schicksal trifft in Oberösterreich immer öfter zu. Allein im Vorjahr mussten 1273 Kinder in Heimen oder bei Pflegefamilien untergebracht werden. Als Mutter geht man durch die Hölle, sagt Maria Achberger. Sie muss es wissen: Sie hat ihr Kind hergegeben.

Es war der schlimmste Moment meines Lebens, weiß Maria Achberger heute und wirkt gefasst: Dafür ist mir mein Sohn Markus (15) nun dankbar. Er sagt: ,Mama, du hast das Beste für mich gemacht!

Achberger litt unter Depressionen, war ausgebrannt. Ihre Beziehung zu dem Kindesvater, einem Alkoholiker, war gescheitert, als Alleinerzieherin fühlte sie sich überfordert. Ich habe dann den Kontakt zum Jugendamt gesucht und den Entschluss gefasst, meinen damals viereinhalbjährigen Buben an eine Pflegefamilie abzugeben, berichtet die 45-jährige Frau, die damals als Rabenmutter beschimpft wurde.

Heute arbeitet sie als Obfrau des 2005 gegründeten Vereins Outturn auch ihr eigenes Schicksal auf. Gemeinsam mit Therapeut Josef Mitterhuber und den Psychiatern Maria Anna Menzl und Wolfgang Gehswagner bietet sie Angehörigen von Pflege- und Patchworkkindern Hilfe an: Dabei geht es immer um das Wohl der Kinder, die im Spannungsfeld zweier Familien leben. Für ihr neues Projekt, ein Mutter-Kind-Haus für psychisch kranke Mütter fehlt derzeit (noch) das Geld.

Verein Outturn (Linz, Rudolfstr. 14): Tel: 0681 10539443

Gerald Winterleitner

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