Österreich

Mutter erstochen: 27- Jähriger wird eingewiesen

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:13

Ein Geschworenensenat am Landesgericht Klagenfurt hat am Dienstag entschieden, einen 27 Jahre alten Kärntner in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher einliefern zu lassen. Der gebürtige Kroate hatte im Juli 2012 seine Mutter mit einem Küchenmesser erstochen, Stimmen hätten ihm das befohlen. Die Geschworenen befanden, dass der Mann bei der Tat nicht zurechnungsfähig gewesen sei. Das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

Ein Geschworenensenat am Landesgericht Klagenfurt hat am Dienstag entschieden, einen 27 Jahre alten Kärntner in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher einliefern zu lassen. Der gebürtige Kroate hatte im Juli 2012 seine Mutter mit einem Küchenmesser erstochen, Stimmen hätten ihm das befohlen. Die Geschworenen befanden, dass der Mann bei der Tat nicht zurechnungsfähig gewesen sei. Das Urteil ist damit nicht rechtskräftig.

"Wenn er nicht krank wäre, müsste sich der Betroffene heute wegen Mordes verantworten", sagte die Staatsanwältin. Ein Psychiater attestierte dem 27-Jährigen paranoide Schizophrenie, eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit antisozialen, paranoiden, schizoiden und zwanghaften Zügen sowie eine Opiatabhängigkeit.

Mutter sei Außerirdische

"Er hat sich zunächst normal entwickelt. Irgendwann, vor sechs, sieben Jahren gab es einen Knick. Er fühlte sich bedroht, beobachtet und meinte, Außerirdische würden eine Rolle spielen für ihn." Für Monate habe er sich ganz in sein Zimmer zurückgezogen. Cannabis, Heroin und Substitute nutzte er zur Beruhigung. Vom 27-Jährigen geht auch weiter Gefahr für Angehörige und Nahestehende aus, so der Arzt.

Die Wahnvorstellung mit den Außerirdischen war auch bei der Tötung seiner Mutter präsent. In einem Streit - die Mutter drängte den Sohn, sich Arbeit zu suchen - hörte er dann auch Stimmen, die ihm befahlen, die Mutter zu töten. Gleichzeitig war er überzeugt, dass es sich nicht um die Mutter, sondern um einen Außerirdischen handelte.

"Ich habe meine Mutti gesehen als außerirdisches Monster. Es hatte verlängerte Arme", sagte der Betroffene. Laut Psychiater bei den vorliegenden Krankheiten durchaus plausibel: "Es gibt das Phänomen im Rahmen schizophrener Erkrankungen, dass man denkt, Angehörige sind vertauscht – vor allem im Rahmen von Konflikten."

Mit Kettensäge Pulsadern aufschneiden

Der Gerichtsmediziner sagte, die Leiche der 52-Jährigen wies sieben Stiche am Oberkörper sowie weitere Schnitte und Stiche an Armen und Händen auf. Sie erlitt eine Luftbrust und verblutete. Auch der Sohn, der nach der Tat zwei Tage allein mit der toten Mutter im Haus nahe Klagenfurt verbracht hatte, war ebenfalls verletzt. Er hatte versucht sich umzubringen, wollte sich etwa mit einer Kettensäge die Pulsadern am Hals aufschneiden, was misslang. Zwei Tage später alarmierte ein Bruder, der die Angehörigen nicht erreichen konnte, die Polizei. Diese fand im Wohnzimmer des Hauses die mit einer Decke verhüllten Leiche und nahm den verletzten Sohn fest.

Die Entscheidung der Geschworenen fiel einstimmig. Der Betroffene nahm das Urteil an, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.

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