Nach einem medizinischen Notfall der Schwiegermutter in Wien, ärgert sich Tobias A. (39) aus Mödling über den österreichischen Bürokratie-Dschungel.
Wegen eines medizinischen Notfalls der Schwiegermutter in deren Wohnung in Wien, wählte eine Familie direkt aus Mödling per Telefon den Notruf. Die Feuerwehr brach die Wohnungstüre auf, die Rettung brachte die Frau mit akutem Natriummangel ins Spital.
„In welches, konnte man uns beim Notruf noch nicht sagen", schildert Schwiegersohn Tobias A. im "Heute"-Gespräch. Beim erneuten Durchklingeln in der Notrufzentrale (Anm.: das hatte man den besorgten Angehörigen zuvor geraten), hieß es dann: „Darüber dürfen wir keine Auskunft geben, Datenschutz."
Erst Ausweis bei Polizei
Die Familie wurde an die Polizei verwiesen, dort müsse man sich erst ausweisen, danach könne man um Info anfragen und bekäme auch Auskunft. "Wir haben extra noch gefragt, ob das auf jeder Polizeidienststelle in Österreich möglich ist. Die Antwort war: Ja", so der Unternehmer.
Doch beim Anruf am Dienstposten in Mödling (dieser war für die Familie am schnellsten zu erreichen) wusste man davon nichts. „Geht uns nix an, war die Antwort", erzählt der 39-Jährige. Der Grund: Diese Vorgangsweise ist nur in der Bundeshauptstadt üblich.
„Gerade in Randgebieten von Wien ist kann das ja kein Einzelfall sein, da muss man doch wissen, wie die Vorgehensweise der Anderen ist", so A. und fügt hinzu: "Nachdem ich der Beamtin bestimmt erklärt habe, dass es eine Frechheit ist, in Notsituationen keine Information darüber zu bekommen, wo Angehörige sind, hatte sie Verständnis."
Der 39-Jährige bekam schließlich doch noch Auskunft über den Aufenthaltsort seiner Schwiegermutter: Sie war ins Krankenhaus nach Wien-Hietzing gebracht worden, befindet sich mittlerweile auf dem Weg der Besserung.