Mutter ist besorgt: "Corona stiehlt Kindern Erlebnisse"

Stress beim Homeschooling und fehlende Freizeitaktivitäten setzen den Jungen zu.
Stress beim Homeschooling und fehlende Freizeitaktivitäten setzen den Jungen zu.(Bild: iStock)
Lockdown, Distance-Learning und Abstand halten: Corona setzt vielen zu. Eine Mutter aus dem Bezirk Melk hat Angst um die Psyche ihrer Kinder. 

"Es macht mich traurig, wenn ich darüber nachdenke, was meine Kinder alles nicht erleben dürfen", sagt die dreifach Mama Andrea Harrer aus dem Bezirk Melk im Gespräch mit "Heute". Ihre älteste Tochter ist schon im Berufsleben, doch ihre beiden anderen Töchter besuchen die erste und zweite Klasse einer NMS im Bezirk. 

"Vier Monate Unterricht"

"Seit Beginn der Pandemie müssen sie auf vieles verzichten", so die 42-Jährige. Schule auf, Schule zu ohne Rücksicht auf die Eltern. "Meine Kids hatten in diesem Schuljahr vielleicht vier Monate durchgehend Unterricht", klagt Harrer. Und jetzt nach den Osterferien geht es mit Distance-Learning wieder weiter. "Ob es unseren Kinder und den Eltern passt, fragt niemand", sagt sie.

Soziale Kontakte fehlen einfach

Sie steht in Kontakt mit mehreren Müttern und viele sagen dasselbe. Vor allem auf Alleinerziehende wird keine Rücksicht genommen. "Nicht jeder kann Homeoffice machen. Und dann nach der Arbeit mit den Kinder noch lernen, ist ein Aufgabe - für beide Seiten", weiß Harrer. Zum Glück sagt sie, lernen ihre Kinder leicht - aber trotzdem fehlt ihnen der soziale Kontakt mit den Freunden. 

Klassenverband kann nicht gestärkt werden

"Normalerweise finden in der ersten Klasse Kennenlerntage statt. Doch diese mussten abgesagt werden. Der Klassenverband kann mit Distance-Learning nicht gestärkt werden", ist sie der Meinung. Sie findet es schade, dass den Kindern so viele Erlebnisse genommen werden. "Sportwochen oder andere gemeinsame Unternehmungen sind das Salz in der Suppe. Um all diese Erinnerungen werden unsere Kinder gebracht", sagt die Mutter traurig. 

"Lost Generation" macht Sorgen

Sie hofft, dass es bald in punkto Kinder es zu einem Umdenken kommt. So viele Kinder sind laut Experten bereits depressiv geworden. Die "Lost Generation" - wie die Kinder der Coronazeit genannt werden - fühlen sich leer und oft überfordert. Kinderärzte berichten von Angstzuständen oder Panikattacken. Der Austausch von Gleichaltrigen fehlt. "Die Freizeitaktivitäten fallen ebenfalls alle aus. Kinder jedes Alters haben unterschiedliche Ansprüche, diese können nicht immer von Eltern erfüllt werden", so Harrer abschließend. 

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