Mutter schob Kinderwagen mit Baby auf Gleis

Nach einem heftigen Streit mit ihrem Mann brannten bei einer 24-Jährigen alle Sicherungen durch: Sie stellte ihr fünf Monate altes Baby auf die Bahngleise. Nun steht sie wegen Mordversuchs vor Gericht.

Nach einem heftigen Streit mit ihrem Mann brannten bei einer 24-Jährigen alle Sicherungen durch: Sie stellte ihr fünf Monate altes Baby auf die Bahngleise. Die Mordabsicht wurde im Prozess am Landesgericht Salzburg verworfen, die Frau wurde rechtskräftig zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.
Wie verzagt kann ein junger Mensch sein? Das war die zentrale Frage in einem Mordprozess am Salzburger Landesgericht. Angeklagt: eine 24-jährige Frau aus Tunesien. Aus purer Verzweiflung schob sie im Juni den Buggy mit ihrem fünf Monate alten Sohn auf die Bahngleise in Salzburg geschoben haben.

Wie dramatisch die Situation war, belegen Überwachungsvideos: Als eine Beobachterin den Säugling in Sicherheit bringen wollte, verhinderte die Angeklagte die Rettung, die erst einem weiteren Zeugen glückte.

Mordabsicht verworfen

Vor Gericht schämte sich die 24-Jährige, hielt sich die Hand vors Gesicht und blickte verstohlen auf ein Foto ihres Buben. Sie habe nach einem Ehestreit (das Essen war zu spät am Tisch) Angst gehabt, ihr Mann könnte sich eine andere suchen – und wollte ihn zum Bleiben zwingen.

Sie versicherte, dass sie das Baby niemals getötet hätte. Die Geschworenen glaubten ihr, weil sie sich versichert habe, dass kein Zug komme, so die Verteidigung. Die Mordabsicht wurde deswegen verworfen, die Frau wurde rechtskräftig zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt.

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