Eine Schlange bis um den Häuserblock und lange Wartezeiten: Bei der Anmeldung ihrer Tochter Jenna (8) für die "Sommerschule" in der Volksschule Odoakergasse (Ottakring) wurde die Geduld von Nicole L. (30) Montagfrüh auf eine harte Probe gestellt: "Das Team vor Ort war mit den Anmeldungen völlig überfordert. Die Namenslisten, mit denen gearbeitet wurde, waren weder nach Namen der Kinder sortiert noch nach Schulstufe oder Herkunftsschule. Die Anmeldung eines jeden einzelnen Kindes dauert eine gefühlte Ewigkeit", ärgert sich die dreifache Mutter.
Nach über 35 Minuten reichte es Nicole L., sie beschwerte sich, und Jenna wurde vorgezogen: "Diejenigen, die schon frühzeitig vor Ort waren, so wie wir um 7.45 Uhr, konnten ihre Kinder durch die Anmeldung schleusen – leider umsonst. Denn die Kinder mussten dann im Schulhof in Gruppen zusammen warten, bis die restlichen Kinder die Gruppenzuordnung durchlaufen hatten", so die 30-Jährige.
„"Meine Hilfe wurde abgelehnt" - Nicole L.“
Was der Wienerin besonders sauer aufstößt: "Ich habe mehrmals meine Hilfe beim Vorsortieren angeboten, sodass man zumindest einmal die Kinder nach Altersstufe einreiht, was aber abgelehnt wurde. Ein sehr ineffizientes Vorgehen, bei dem sich offensichtlich niemand im Vorfeld Gedanken gemacht hat."
Matias Meissner, Sprecher von Bildungsdirektor Heinrich Himmer, bestätigt auf Nachfrage das Chaos bei der Anmeldung in der Odoakergasse und erklärt: "Das Problem wurde erkannt, im Laufe des Vormittags gelöst und sollte nicht mehr auftreten." Laut Meissner verlief an den anderen 42 Standorten alles reibungslos. Wie "Heute" berichtete, werden bis 4. September rund 8.600 Schüler in Wien in der "Sommerschule" betreut.