Mutter von Seilbahn-Opfer weint: "Sie müssen bezahlen"

Silvia Malnati (27) und ihr Verlobter Alessandro Merlo (29) starben beim Seilbahnunglück.
Silvia Malnati (27) und ihr Verlobter Alessandro Merlo (29) starben beim Seilbahnunglück.zVg

"Wenn mein Sohn an den manipulierten Bremsen gestorben ist, müssen sie dafür bezahlen", sagt die Mutter von Alessandro Merlo (29), der beim Seilbahnunglück ums Leben gekommen, ist zur Zeitung La Repubblica. Dass die Verantwortlichen die Bremsen blockiert haben sollen, um weiter Touristen befördern zu können, mache sie wütend. "Ich bin sprachlos." Unter den Opfernwar auch Silvia Malnati (27), die seit drei Jahren mit Merlo verlobt war.

Nach dem tödlichen Seilbahnunglück in Italien sind die Särge von fünf israelischen Opfern am Mittwoch in das Heimatland gebracht worden. Eine Sondermaschine der israelischen Fluggesellschaft El Al landete am Abend laut Flugübersicht auf dem internationalen Flughafen bei Tel Aviv. Zu Ehren eines der Opfer, Izchak "Izzy" Cohen (81), lautete die Flugnummer LY COHEN. Er gehörte nach Medienberichten zu den Gründungsmitgliedern der Fluggesellschaft.

Die Beisetzungen beginnen

Bei dem Gondelabsturz am Sonntag bei Stresa am Lago Maggiore waren auch Cohens Ehefrau Barbara (71), seine Enkeltochter Tal (26) sowie deren Mann Amit (30) und ein zweijähriges Kind getötet worden. Der Familienvater hatte laut Medienberichten seit mehreren Jahren in Pavia südlich von Mailand Medizin studiert. Die Beisetzungen sind am Donnerstag und Freitag geplant.

Verdächtige sind geständig

Bereits in der Nacht auf Mittwoch soll es im Zusammenhang mit dem Seilbahn-Unglück am Lago Maggiore zu drei Verhaftungen gekommen sein. Das Seilbahnsystem habe laut italienischen Medien offenbar einen umfassenden Service nötig gehabt. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, die drei Verhafteten hätten gestanden, dass die Bremsen absichtlich deaktiviert wurden. Denn offenbar gab es schon zuvor Probleme, weshalb Techniker einbestellt wurden.

Der Ausfall der Sicherheitsbremsanlage soll ihnen seit über einem Monat bewusst gewesen sein. Carabinieri Alberto Cicognani erklärt der "Bild": "Die Bremsanlage hatte schon seit eineinhalb Monaten Probleme. Die Kabine bremste manchmal zwischen den Pylonen, dann mussten die Leute manuell auf die Pylonen klettern und das System händisch auslösen. Wenn die rote Klammer drin und aktiv war, dann war das Problem der Zwischenbremsung gelöst. Das war seit anderthalb Monaten bekannt."

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