Bedrückender Termin in Wien-Fünfhaus: Am Dienstagmorgen musste ein Mordverdächtiger (41) in seiner Wohnung nachstellen, wie es im Dezember zum Tod seiner Ehefrau gekommen war. Fakt ist: Der Mann hat die 22-Jährige erstickt. Er sagt, es war ein Unfall.
In Handschellen und schwer bewacht brachten Polizisten Herbert S. an den Tatort zurück. Die Rekonstruktion zog sich dann mühsam in die Länge: "Er brauchte oft sehr lange, bis er auf die Fragen antwortete," so seine Anwältin Astrid Wagner.
Der Steirer musste mit einer Puppe Kriminalisten, Juristen und dem Gerichtsmediziner zeigen, was am 18. Dezember passiert war. Zum ersten Mal wurde dafür die seit dem Drama versiegelte Wohnung wieder geöffnet.
Fest steht: Bei einem Streit hatte Herbert S. seiner Frau Alexandra vor den Augen ihrer beiden Töchter (6 und 18 Monate) den Mund zugehalten – so lange, bis sie erstickte. Nach Telefonaten mit Verwandten alarmierte der Wiener die Rettung und lief auf den Dachboden, wo ihn die Polizei festnahm. Der Verdächtige blieb am Dienstag dabei: Es sei ein tragischer Unfall gewesen, er habe die Serbin nicht umbringen wollen. Anwältin Wagner: "Mein Mandant dachte, Alexandra sei bloß bewusstlos."
Nun muss die Gerichtsmedizin klären, ob seine Version stimmen kann – oder ob es doch Mord war.