Beunruhigende Entwicklung in Europa: Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind bisher 169 Kinder an Hepatitis mit unklarer Ursache erkrankt. Zwei Drittel der Leberentzündungen wurden in Großbritannien gemeldet, der Rest verteilt sich auf Länder von Norwegen bis Rumänien. Auch in Italien sind bereits elf Kinder betroffen. Laut Gesundheitsministerium sind in Österreich derzeit (noch) keine Fälle bekannt: "Die Untersuchungen laufen aber noch", so eine Sprecherin zu "Heute".
Im Normalfall verläuft eine Hepatitis-Infektion bei Kindern meist ohne Symptome oder nur mit geringen Beeinträchtigungen. Doch bei den nun Betroffenen wurden stark erhöhte Leberenzym-Werte und Gelbsucht festgestellt. Wie "Heute" berichtete, benötigten 17 Kinder sogar eine Lebertransplantation, eines starb.
Bei 74 kleinen Patienten wurden zusätzlich hoch ansteckende Adeno-Viren entdeckt, die Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes oder der Atemwege auslösen können. Für die WHO ist es denkbar, dass Kinder im Moment anfälliger für diese Virenart sind, weil die Erreger während der Pandemie weniger übertragen wurden. Außerdem wird der Hypothese nachgegangen, dass Zweifach-Infektionen (Adenoviren und Corona) eine Rolle spielen. Hepatitis als Nebenwirkung von Covid-19-Impfungen schließt die WHO aber aus: Die große Mehrheit der jungen Hepatitis-Patienten ist nicht geimpft.
Laut WHO ist noch nicht klar, ob es derzeit wirklich eine Häufung gibt, oder ob wegen der erhöhten Aufmerksamkeit für solche Leberentzündungen derzeit einfach mehr Fälle entdeckt werden.