Ein mysteriöser Mann mit russisch-israelischer Staatsangehörigkeit flog im November mit einem Scandinavian-Airlines-Flug ohne Pass, Visum oder Ticket nach Los Angeles. Der Mann behauptet, er sei sich "nicht sicher", wie er das geschafft hat.
Er wird nun beschuldigt, ein blinder Passagier zu sein. Das FBI versucht unterdessen herauszufinden, wie er es auf den Flug von der dänischen Hauptstadt Kopenhagen in die USA geschafft hat. Schließlich hätte er ja die Sicherheitskontrolle passieren müssen.
Medienberichten zufolge aß der Mann während des Flugs die doppelte Essensportionen und habe sogar versucht, die Schokolade zu essen, die den Mitgliedern des Kabinenpersonals gehörte. Der Mann sei weder auf der Bordliste des Fluges SK 931 gestanden noch auf der Passagierliste eines anderen internationalen Fluges.
In der Vernehmung habe er dem FBI gesagt, er habe drei Tage lang nicht geschlafen und nicht verstanden, was überhaupt vor sich ging. In einer eidesstattlichen Erklärung, die von der FBI-Beamtin Caroline Walling verfasst wurde, heißt es: "Auf die Frage, wie er durch die Sicherheitskontrollen in Kopenhagen gekommen ist, behauptete der Mann, er könne sich nicht daran erinnern." Die Besatzung sei auf ihn aufmerksam geworden, weil er im Flugzeug umhergewandert sei und ständig seinen Sitzplatz gewechselt habe.
Die Besatzungsmitglieder hätten seine Bordkarte nicht gesehen, jedoch festgestellt, dass der Sitz, den er ursprünglich beim Einsteigen eingenommen hatte (Sitz 36D), eigentlich ein unbesetzter Sitz hätte sein sollen. Das Personal habe nicht bemerkt, dass sich ein zusätzlicher Passagier an Bord befand.
Als der Flug in Los Angeles ankam, sei der Mann ausgestiegen und zum Zoll gegangen. Als er jedoch weder einen Pass noch ein Visum habe vorweisen können, sei er vom FBI befragt worden. Er habe angegeben, er habe einen Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften und Management und seinen Pass im Flugzeug vergessen.
Der blinde Passagier habe lediglich ein Bild mit sich geführt, auf dem Teile seines Reisepasses zu erkennen gewesen seien. Zudem habe er russische und israelische Ausweisdokumente bei sich gehabt, die jedoch nicht ausgereicht hätten, um in die USA einzureisen. Es gab laut FBI demnach auch keinen Esta-Antrag für die Einreise, und auch keine weiteren Informationen waren im System des US-Grenzschutzes verzeichnet.
Dem Mann wird nun vorgeworfen, sich unbefugt in einem Flugzeug aufgehalten zu haben, was mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden kann. Aufgrund der Fluchtgefahr wird er ohne die Möglichkeit auf Kaution in Haft gehalten. Gegen ihn wurde Anklage erhoben, wie der "Aerotelegraph" berichtet. Der Prozess ist für den 26. Dezember angesetzt.