Am 13. Februar hätten Lila A. und Susan F. nach Phoenix im Bundesstaat Arizona in die USA zurückkehren sollen. Am 15. wären sie wieder an ihrem Arbeitsplatz erwartet worden. Doch da sind sie nie aufgetaucht. Zuletzt hatten Freunde von ihnen am 10. Februar Kontakt zu den Schwestern, da hielten sie sich angeblich in Basel auf. Am Montag berichtete auch der "Blick" über das mysteriöse Verschwinden der Schwestern.
Eine Freundin der beiden postete die Todesnachricht am Samstag auf einer Facebook-Seite, die zur Suche nach den beiden Vermissten eingerichtet worden war. Mehrere Bekannte kondolierten inzwischen auf der Seite. Die Botschaft der Vereinigten Staaten in Bern bestätigte auf Anfrage den Tod ihrer beiden Staatsangehörigen in der Schweiz. Zu den Umständen mache man aus Rücksicht auf die Familie keine weiteren Angaben.
Ums Leben gekommen sind die beiden im Baselbiet. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Baselland bestätigte dies auf Anfrage. Ein Sprecher betonte indes, dass es keinen Anlass für eine strafrechtliche Untersuchung gegeben habe. Recherchen von 20 Minuten haben ergeben, dass die beiden Frauen für einen begleiteten Freitod in die Schweiz gekommen sind. Ihrem Umfeld haben sie von diesem Vorhaben indes nichts erzählt.
Beide waren ausgebildete medizinische Fachpersonen, Lila A. war als Ärztin in der Palliativmedizin tätig, ihre Schwester Susan war Krankenschwester. Lila war 54, ihre Schwester 40 Jahre alt. Das verhältnismäßig junge Alter der beiden ist kein Ausschlusskriterium für eine Freitodbegleitung in der Schweiz. Sterbehilfeorganisationen dürfen nach Schweizer Recht Suizidwillige in den Tod begleiten, auch Personen aus dem Ausland dürfen dies in Anspruch nehmen.
Diese liberale Praxis hat zu einem eigentlichen Sterbetourismus in der Schweiz geführt. So hat etwa die überwiegende Mehrheit der Mitglieder von Dignitas, einer der international bekanntesten Sterbehilfe-Organisationen, ihren Wohnsitz im Ausland. Jeder begleitete Suizid wird in der Schweiz von der örtlich zuständigen Strafuntersuchungsbehörde gemeldet.