Leuchtende Bewohner sind nun im Aquariumhaus des Tiergartens Schönbrunn zu bewundern: Als zweitem Zoo weltweit ist es in Wien geglückt, Meerwalnüsse zu züchten.
Die Tiere erinnern an Quallen und beginnen beim Schwimmen, in allen Regenbogenfarben zu leuchten. Rund 50 dieser kleinen Meerwalnüsse konnten in Schönbrunn erfolgreich aufgezogen werden. Die Tiere waren ursprünglich in subtropischen Gewässern an der Atlantikküste von Nord- und Südamerika verbreitet. 1982 wurden erstmals Exemplare im Schwarzen Meer gesichtet.
"Die Zucht von Meerwalnüssen gelang zuvor nur dem Monterey Bay Aquarium in Kalifornien. Unsere Tierpfleger haben sich mit den amerikanischen Kollegen ausgetauscht und wichtige Informationen zur Vermehrung dieser Art bekommen. Und nun hat es auch bei uns geklappt", freute sich Tiergartendirektorin Dagmar Schratter. Entscheidend für den Erfolg war demnach das Aquarium, das dafür extra gebaut wurde. Ein spezielles Röhrensystem ermöglicht darin den Wasseraustausch, der für die Wasserqualität notwendig ist.
Leuchtende quallenähnliche Tiere aus den Subtropen
Meerwalnüsse zählen zu den Rippenquallen, die zwar wie Quallen aussehen, aber nicht näher mit ihnen verwandt sind. Ihr Körper besteht aus einem durchsichtigen Gewebe, auf dem sich Schwimmplatten befinden, die an Rippen erinnern. Beim Schwimmen werden diese Platten in eine Wellenbewegung versetzt und leuchten.
Durch den Schiffsverkehr gelangten die Tiere bis in die Ostsee. Dort stellen sie eine große Bedrohung für den Fischbestand dar, da sie Zooplankton, die Nahrung vieler Fische, sowie Fischeier und -larven fressen.