Mysteriöses Tier löst Alien-Alarm aus

Bild: Kein Anbieter

Leser-Reporter Marco Bianchi bot sich in Bern ein seltsamer Anblick, als er auf dem Heimweg von der Arbeit war: Er sah ein Tier, das er nicht einordnen konnte.

Marco Bianchi (23) aus der Schweiz konnte es am letzten Dienstag kaum glauben, als er auf dem Heimweg von der Arbeit war: Er sah beim Marzilibad in Bern ein mysteriöses Tier. "Es stand so komisch da, mit angewinkelten Armen", sagt der Leser-Reporter gegenüber der Schweizer Zeitung 20 Minuten. Er habe sein Handy gezückt, um das Tier zu filmen. "Doch als ich einen Schritt nach vorn machte, rannte es über die Strasse und verschwand."

Freunde, denen er das Video zeigte, hätten verschiedene Theorien gehabt, worum es sich dabei handeln könnte. "Die einen meinten, es handle sich um einen Marder, andere glaubten, es sei ein Affe."

Tierpark Dählhölzli vermisst kein Tier

Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um ein Tier handeln könnte, das aus dem Tierpark Dählhölzi ausgerissen ist, der sich ganz in der Nähe befindet, wenn auch auf der anderen Seite der Aare. Doch dort wird kein Tier vermisst, wie Dählhölzli-Direktor Bernd Schildger zu 20 Minuten sagte.

Schildger hat sich das Video angesehen und sagt: "Ich bin zwar nicht zu 100 Prozent sicher, doch das Aussehen und die Haltung deuten darauf hin, dass es ein Erdmännchen ist."  Etwas untypisch für ein Erdmännchen sei lediglich der Gang. "Doch dies könnte daran liegen, dass der Asphalt für das Tier ein ungewohnter Untergrund ist."

Jedoch leben Erdmännchen weder im Tierpark, noch ist Schildger ein anderer Zoo in der Nähe bekannt, der diese Tierart beherbergt. "Vielleicht stammt es aus einer privaten Haltung", so der Tierpark-Direktor. Bei der Kantonspolizei Bern heißt es auf Anfrage, bei ihr habe sich niemand gemeldet, der ein Erdmännchen vermisse. Auch Sichtungen des Tiers seien bislang nicht gemeldet worden. 

Erdmännchen entkamen 2005 aus Kinderzoo

Gehalten werden Erdmännchen in Knies Kinderzoo in Rapperswil SG. Dort verschwanden im Jahr 2005 drei Tiere aus dem Gehege. Ob sie ausrissen, entführt oder von Eindringlingen gefressen wurden, konnte nie geklärt werden.

Dass es sich beim Tier in Bern um eines seiner vermissten Erdmännchen handeln könnte, schliesst Kinderzoo-Direktor Benjamin Sinniger jedoch aus. Erdmännchen können zwar bis zu 14 Jahre alt werden, dass sie aber in Freiheit so lange überlebten und bis nach Bern gelangten, ist laut Sinniger unmöglich. Nicht nur, weil diese Exemplare bereits das Ende ihrer Lebenserwartung erreicht hätten, sondern auch, weil sie wohl längst einem Fuchs, Marder oder dem kalten Winter zum Opfer gefallen wären.

Zum Video aus Bern sagt Sinniger, in der stehenden Position sehe das Tier tatsächlich wie ein Erdmännchen aus. "Sein Gang aber erinnert mich eher an einen kleinen Primaten." (red)

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