"Myth of Empires" – so gut ist bereits der Early Access

"Myth of Empires" hat es in den Early Access geschafft. Der zeigt: Das MMO von Angela Game verfolgt ein gigantisches Konzept mit vielen Freiheiten.

Das Sandbox-Game "Myth of Empires" für PC ist ein Mammut-Projekt: Spieler können darin im Mittelalter-Stil Festungen erbauen, Armeen in den Krieg führen und ein ganzes Imperium erobern. Oder aber einfach auch nur die Welt erkunden, Materialien sammeln und Pferde züchten – man merkt, der Ansatz ist so gigantisch, wie die Freiheiten für die Spieler ausfallen. Der Early Access zum Titel der Entwickler Angela Games macht jedenfalls Lust auf mehr.

Auch wenn es in "Myth of Empires" friedliche Tätigkeiten gibt, der Fokus liegt eindeutig auf Kriegs-Planung und Schlachten um Land. Auch abseits des Schlachtfelds wird der Survival-Ansatz groß geschrieben: Wilde Tiere wollen uns in der Natur ebenso ans Leder wie durch die Landstriche streifende Banditen. Wer sich gegen Tier und Mensch erwehren kann, hat allerdings immer noch mit Hunger zu kämpfen, denn Ressourcen wie Lebensmittel sind äußerst knapp.

Eher langsamer, aber intensiver Start

Entsprechend langsam startet das Game, vom mächtigen Feldherren keine Spur! Im Gegenteil: Unser schwacher Charakter bekommt eine Handvoll Skizzen zum Bau der überlebensnotwendigsten Waffen und Gebäude und muss in Windeseile dafür sorgen, sich selbst zu schützen und zu versorgen. Was dabei im Early Access noch auffällt: Es ist nicht nur viel Arbeit für die Spielfigur, sondern auch für unsere Finger. Bisher muss jeder Handgriff eigens geklickt werden. Das Baumfällen artet da schnell zur Klick-Orgie aus, hier sollten die Entwickler jedenfalls noch nachbessern.

Gleichzeitig soll man sich festlegen, wohin die Reise gehen soll: Als Wildtierbändiger Profit aus Pferden und Co. schlagen? Als Waffenspezialist ganze Heere versorgen? Als Landwirt besonders viel aus dem Anbau und der Ernte herausholen? Alles möglich. Bereits zuvor darf man sich den männlichen oder weiblichen Charakter eingehend und mit Dutzenden Optionen von Gesicht über Haar bis hin zu Tattoos personalisieren. Danach legt man direkt leichtbekleidet und mit ganz wenig Ausrüstung auf einer Spielkarte, die im asiatischen Raum angesiedelt ist, los.

Grafik macht mächtig was her

Ein sehr, sehr detailliertes Menü zeigt daraufhin erreichbare Levels, Skills und Baupläne an. Stein, Holz und Co. bekommt aber nur, wer Schlag für Schlag Bäume fällt und Felsen bearbeitet. Während die Steuerung mit Maus und Tastatur sehr simpel ausfällt und man sich die notwendigen Befehle rasch merkt, ist die Grafik des Games bereits beeindruckend: dynamische Wetter- und Tagezeit-Wechsel kommen zu sehr detaillierten Landschaften und Lebewesen. Die Objekte sind aber nicht nur schön und scharf dargestellt, sondern auch realistisch animiert: Blätter und Gräser wiegen sich im Wind, Wolken ziehen über den Himmel.

Ebenfalls innovativ: Zielt man mit Speer oder Bogen auf Tiere, werden diese noch schärfer dargestellt und die Umgebung verschwimmt leicht. So schön die Welt ist, so gefährlich ist sie aber auch. Zu finden soll später jedes klimatische Verhältnis und jede mögliche Landschaft sein, mit jeweils passenden Gefahren wie Hitze und Kälte, aber auch mit Sand- und Eisstürmen oder vergifteten Gebieten und mit jeweils unterschiedlichen Ressourcen, Tieren und Pflanzen. Wer also nach neuen Gebäuden und Waffen trachtet, wird sich auch in anderen Arealen zumindest kleine Lager errichten müssen und darf sich nicht nur auf eine Gegend als Sitz für die Basis konzentrieren.

Sehr simples und tolles Gilden-System

Jäger, Schmied oder Landwirt reicht nicht als Beruf? Dann ist man zu militärischen Ehren berufen. Das Fraktionen- und Gilden-System von "Myth of Empires" scheint es allen Spielern dabei sehr einfach zu machen, sich größeren gruppen anzuschließen und gemeinsame Interessen zu verfolgen. NPCs und andere Spieler finden sich nämlich regelmäßig an den Ressourcen-Plätzen des Spiels ein. Hilft man sich gemeinsam aus, steigt der Loyalitäts-Level mit der entsprechenden Gruppe an, bis man vom einfachen Mitglied in den Anführer-Zirkel berufen wird.

Doch auch umgekehrt funktioniert es simpel: Wer seine Mitspieler terrorisiert und an die Falschen gerät, zieht schnell den Zorn einer Mensch- oder KI-gesteuerten Gilde auf sich und muss je nach Feindseligkeitsstufe damit rechnen, plötzlich einer ganzen Armee in einem Rachefeldzug gegenüberzustehen. Besonders interessant: Sogar ganze Weltkrieg scheinen in "Myth of Empires" möglich. Mitspieler sehen etwa, wenn eine Fraktion Katapulte und Co. bei einer Burgbelagerung auffährt – und können den Konflikt beobachten, aber auch beiden Seiten zur Hilfe kommen. Entsprechend schnell werden viele Fraktionen auf einmal in einen Konflikt hineingezogen.

Ein gigantisches MMO-Projekt

Auch, was nach gewonnenen und verlorenen Kriegen passiert, scheint das Spiel interessanter als viele andere MMOs anzugehen. Es kommt nämlich nicht nur zur simplen Machtübernahme, die neuen Herrscher können auch bestimmen, ob sie dem Volk Freiheit schenken wollen oder einfach nur das Land und die Bewohner bei Ressourcen und Steuern komplett ausbeuten, bevor sie weiterziehen. Wer allerdings Milde walten lässt, wird einige unterlegene Mitspieler und NPCs sicherlich davon überzeugen können, sich der eigenen Armee anzuschließen.

Städte und Festungen können (wenn sie Bestand haben sollen) nur als Gemeinschaftsprojekt errichtet werden, bei denen mehrere Fraktionen mit Arbeitskraft und Materialien einander aushelfen. Der Early Access jedenfalls ist lohnenswert für Rollenspiel-MMO-Fans, Fehler gibt es allerdings erwartungsgemäß noch einige. Die Kamera zickt etwa noch und lässt die eigene Spielfigur nicht von vorne betrachten, Materialien zu sammeln dauert mitunter Ewigkeiten und viele Klicks und einige Waffen wirken viel zu groß im Vergleich zur Spielfigur. Vergleichbar ist "Myth of Empires" am ehesten noch mit Games wie "Ark: Survival Evolved" oder "Conan Exiles" – und bessert man laufend nach, steht dem Spiel eine große Zukunft bevor.

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