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Nach Anschlag: Anzeige gegen türkische Religionsbehö...

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:01

Die türkische Religionsbehörde Diyanet, die höchste islamische Autorität des Landes, sieht sich mit einer Strafanzeige konfrontiert. Grund dafür ist die Freitagspredigt am 30. Dezember 2016, in der Stimmung gegen Silvesterfeiern und andere Kulturen gemacht wurde, bevor es zum Silvester-Attentat kam. Zahlreiche Menschen sehen darin Hetze und die Aufwiegelung zu Hass und haben Anzeige gestellt.

Die türkische Religionsbehörde Diyanet, die höchste islamische Autorität des Landes, sieht sich mit einer Strafanzeige konfrontiert. Grund dafür ist die Freitagspredigt am 30. Dezember 2016, in der Stimmung gegen Silvesterfeiern und andere Kulturen gemacht wurde, bevor es . Zahlreiche Menschen sehen darin Hetze und die Aufwiegelung zu Hass und haben Anzeige gestellt.
Diyanet sorgt nicht das erste Mal für Empörung: Sie gab , in der Gewalt gegen Frauen gepriesen und Arbeit den Frauen deshalb abgeraten wurde, weil sie am Arbeitsplatz attraktiven Männern begegnen könnte. Außerdem müsse die Ehefrau beim Sex schweigen, sonst würden künftige Kinder stottern.

Weitere Diyanet-Aufreger: und eine Stellungnahme, in der sexuelle Lust von türkischen Vätern gegenüber ihren Töchtern als akzeptabel bezeichnet wurde. Auch die neuen Äußerungen zu Silvester, just in Hinblick auf den folgenden Anschlag regen auf.

Hetze und Aufwiegelung zu Hass

"Es gehört sich niemals für die Gläubigen, zum Ende eines Jahres sich selbst und den Zweck der Schöpfung vergessend illegitime Verhaltensweisen an den Tag zu legen, die keinen Beitrag fürs Leben leisten und nicht mit unseren Werten zu vereinbaren sind. Es stimmt sehr nachdenklich, wenn in den ersten Stunden eines neuen Jahres verschwenderische Silvesterfeiern begangen werden, die einer anderen Kultur entstammen", hieß es von Diyanet.

Ein Zusammenschluss von Organisationen sieht ganz klar eine Aufwiegelung zu Hass und hat Strafanzeige gegen Diyanet beziehungsweise gegen deren Chef Mehmet Görmez gestellt. Außerdem habe die Behörde die öffentliche Sicherheit gefährdet und gegen die türkische Verfassung verstoßen. Nach dem Anschlag hat Görmez die Tat scharf verurteilt.

Zeitung titelte: "Letzte Warnung"

Die Aussagen im Vorfeld fielen ab er auf fruchtbaren Boden, bis kurz vor Silvester wurde in der Türkei Stimmung gegen Feierlichkeiten gemacht. Die Regierungspartei AKP pocht seit Jahren darauf, dass es sich um christlich-europäische Feiern handle und Muslime zu Silvester nicht feiern sollen. In sozialen Medien verteilte sich die dargestellte Hinrichtung eines Weihnachtsmannes tausendfach. Und die Zeitung "Milli Gazete", Organ von Recep Tayyip Erdogans ehemaliger Islamisten-Partei "Saadet" titelte: "Letzte Warnung. Feiert nicht Neujahr!"

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