Der Streit rund ums Wr. Neustädter Spital wird hässlich: Nach der Strukturmangelanzeige schickte nun der Bürgermeister einen Brief an die Krankenhauskräfte, der wurde aber gleich eingezogen.
"Es ist schockierend und ein Skandal, dass die Krankenhausführung das Verteilen meines Briefes verhindert hat. Viele Mitarbeiter haben mir davon berichtet", findet Bürgermeister Bernhard Müller (SP) scharfe Worte.
Grund des Zanks: Nach der Auslagerung von 60 Akutbetten und mutmaßlichen Missständen hatte Gemeinderätin Gerlinde Buchinger (VP) eine Anzeige gemacht. In der Folge wurde Müller als Vorstand des Magistrats tätig und verfasste einen Brief an über 1.000 Spitalskräfte – viele bekamen das Schriftstück nicht.
"Zahlen dürfen wir, aber Einsicht haben wir null", so Müller weiter. Daher ist für 8. Jänner eine behördliche Klinik-Einschau anberaumt (mit Amtsarzt und zwei Experten). Gerlinde Buchinger, Betriebsratsvorsitzende, kontert: "Ich habe Müller auch bereits einen Brief geschrieben. Eine Verteilaktion von hausfremden Schreiben ist nicht zulässig. Wir arbeiten an einer Lösung. Aber wir werden es nicht zulassen, den Wahlkampf ins Klinikum zu tragen."