Messer-Attacke: Jetzt wird auch Dönmez angezeigt

Der Abgeordnete Efgani Dönmez mit Verband im Rahmen einer Sitzung des Nationalrates im Parlamentsausweichquartier in der Hofburg in Wien am Dienstag, 2. Juli 2019.
Der Abgeordnete Efgani Dönmez mit Verband im Rahmen einer Sitzung des Nationalrates im Parlamentsausweichquartier in der Hofburg in Wien am Dienstag, 2. Juli 2019.Bild: picturedesk.com/APA
Er wollte sich laut eigenen Angaben mit einem Messer verteidigen. Doch jetzt wird der Nationalratsabgeordnete Efgani Dönmez selbst angezeigt.

Überraschende Wende im Fall um den Angriff auf den Nationalratsabgeordneten Efgani Dönmez (42). Denn wie die Polizei am Dienstag auf "Heute"-Anfrage bestätigte, werden sowohl der tschetschenische Angreifer (23), als auch der Politiker selbst, wegen gefährlicher Drohung und Körperverletzung angezeigt. Der Fall landet bei der Staatsanwaltschaft.

Darauf angesprochen, wirkte Dönmez überrascht. Im "Heute"-Gespräch meinte der ehemalige grüne und später vorübergehend türkise Nationalratsabgeordnete, er wisse nichts von einer Anzeige. "Ich bin noch nicht einvernommen worden, warte noch auf einen Anruf der Polizei."

Auf seinen Gesundheitszustand angesprochen, sagte der 42-Jährige, er habe noch Schmerzen. Es gehe ihm im Großen und Ganzen aber ganz gut.

Tochter zitterte am ganzen Körper



Viel schlimmer sei aber der Zustand der elfjährigen Tochter. "Sie hat nach dem Angriff am ganzen Körper gezittert und konnte in der Nacht darauf schlecht schlafen", so Dönmez.

Wie berichtet, war der Nationalratsabgeordnete am Sonntag gegen 21.30 Uhr auf der Linzer Landstraße mutmaßlich von einem Tschetschenen mit einem Regenschirm angegriffen worden.

Dönmez war gerade in der City unterwegs, um mit seiner Tochter für die bevorstehende Radprüfung zu üben. Plötzlich sei der Beschuldigte von einem Auto hervorgesprungen und habe seine Tochter bedroht und bespuckt.

Als Dönmez den ihm Unbekannten zur Rede stellen wollte, habe dieser geschrien: "Halt die Schnauze! Ich steche dich ab."

Daraufhin soll der Angreifer eine Hand in seine Jackentasche gegeben haben und Dönmez ihn aufgefordert haben, ihm seine Hand zu zeigen. Er vermutete, dass er eine Waffe bei sich hatte, so der Politiker.

Daraufhin habe er sein Klappmesser rausgenommen. Er müsse bewaffnet unterwegs sein, erklärte Dönmez. Das gehöre zu seiner Art von Politik, die er mache – gegen Erdogan, gegen den Islamismus.

Angreifer rannte weg und holte Regenschirm



Der junge Tschetschene sei dann weggerannt und wenig später zurückgekommen. Er hatte einen Regenschirm dabei, mit dem er auf den Nationalratsabgeordneten eingeschlagen haben soll. Dönmez zog sich Verletzungen am linken Arm zu.

Der Tschetschene wurde festgenommen, befindet sich mittlerweile aber auf freiem Fuß. Bei der Einvernahme gab er an, er habe das Kind nicht gesehen.

Dönmez habe ihn mit dem Messer bedroht. Er holte nur deswegen den Schirm, um sich zu verteidigen, gab er an.

Die weiteren Ermittlungen hat mittlerweile das Landesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) übernommen.

(mip)

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