Nach Brustkrebstod: Kasse erinnert Frau an Vorsorge

Am 1. März starb Michaela B. (47) an Brustkrebs, zwei Wochen später wurde sie beerdigt. Exakt an diesem Tag flatterte ein Brief mit Logo der SV ins Haus mit einer Erinnerung an die Vorsorgeuntersuchung der Brust.

„Ich verstehe nicht ganz, was da für Leute auf der Sozialversicherung arbeiten", schwankt die Mutter der Verstorbenen zwischen Wut und Trauer.

Im Herbst 2016 hatte Michaela B. die niederschmetternde Diagnose erhalten, nahm den Kampf gegen den Brustkrebs auf. „Bereits 2017 hat meine Tochter ein Brustkrebs-Früherkennungsschreiben der Sozialversicherung (Anm.: wird alle zwei Jahre geschickt an Frauen zwischen 45 und 69) bekommen und hat sich sehr darüber geärgert", erzählt die Mutter.

Brief am Beerdigungstag

Zwei Jahre später, am 1. März 2019, schloss die 47-jährige Badenerin nach hartem Kampf für immer ihre Augen. Am 15. März war die Trauerfeier, die jedoch durch das Schreiben der Sozialversicherung mit Hinweis auf optimalen Zeitpunkt der Mammografie (Anm.: Bruströntgen) jäh gestört wurde. „Mein Schwiegersohn, die gesamte Familie und alle Bekannten waren fassungslos über so wenig Gespür", so die Mutter.

Das sagt Versicherung

Auf Nachfrage bei der SV hieß es: "Das sind Schreiben vom Brustkrebskompetenzzentrum, wir sind da nicht zuständig." Auf Nachfrage bei der zuständigen Gebietskrankenkasse, der NÖGKK, war man bemüht: "Wir werden das mit der zuständigen Fachabteilung abklären." Das Österreichische Brustkrebsfrüherkennungsprogramm übernahm die Verantwortung. Die Leiterin der Koordinierungsstelle, Romana Ruda, sagte dazu: "Das ist höchst unglücklich, das tut mir persönlich leid. Wir haben leider nur einen monatlichen Datenabgleich, ich werde mich, wenn gewünscht, bei den Hinterbliebenen entschuldigen."

Früh erkennen

Frauen zwischen 45 und 69 Jahren können sich alle zwei Jahre mit der e-card kostenlos untersuchen lassen. Diese Frauen werden automatisch schriftlich an die Untersuchung erinnert. Frauen zwischen 40 und 44 Jahren und ab 70 Jahren können sich, ebenfalls kostenlos, zum Brustkrebs-Früherkennungsprogramm anmelden, wenn sie daran teilnehmen wollen. Link: https://www.frueh-erkennen.at

J. Lielacher (Lie)

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