Nach dem Sturm kommt jetzt Hochwasser

Das Wetter spielt verrückt: Rekordtemperaturen von bis zu 21,7 in Graz und ein Sturm mit Windspitzen von bis zu 100 km/h in Wien machen den Menschen schon den ganzen Samstag zu schaffen. Die ungewöhnliche Wärme lässt den vielen Schnee der vergangenen Tage binnen kürzester Zeit schmelzen. Nun droht zusätzlich zum Sturm ein Hochwasser.

Das Wetter spielt verrückt: Rekordtemperaturen und ein Sturm mit Windspitzen von bis zu 100 km/h in Wien machen den Menschen schon den ganzen Samstag zu schaffen. Die ungewöhnliche Wärme lässt den vielen Schnee der vergangenen Tage binnen kürzester Zeit schmelzen. Nun droht zusätzlich zum Sturm ein Hochwasser.

Im niederösterreichischen Neunkirchen wurde am Samstag schon in den frühen Morgenstunden Hochwasseralarm gegeben. Zusätzlich zur Blitz-Schneeschmelze regnet es im Bezirk stark. Die Feuerwehren kontrollieren die Schwarza und deren Wasserstand ständig. Immer wieder müssen Verklausungen durch angeschwemmtes Treibholz beseitigt werden (siehe Fotoshow).

Steyr: Enns- und Ortskai gesperrt

Der Enns- und der Ortskai in Steyr in Oberösterreich sind am Samstag wegen einer Hochwasserwarnung für den Fahrzeugverkehr gesperrt worden. Der Pegelstand betrug am Nachmittag 4,54 Meter, Tendenz steigend. Der maximale Pegelstand wurde mit 5,20 Meter erwartet, wie die Pressestelle der Polizei Oberösterreich Samstagnachmittag bekannt gab.

Muren in Kärnten, Großglockner Hochalpenstraße gesperrt

In Heiligenblut und Großkirchheim rutschte ein Hang auf die Apriacher Landesstraße, die für zwei Stunden gesperrt wurde. Auch die Großglockner Hochalpenstraße war stundenlang umpassierbar. Gleich zwei Muren lösten sich am frühen Nachmittag. Beide kamen noch vor der Straße zum Stillstand, trugen jedoch Steine vor sich her, die die Hochalpenstraße auf einer Länge von 30 Metern unpassierbar machten. Für die Ableitung des Schmelzwassers legte die Freiwillige Feuerwehr Heiligenblut 350 Meter Rohre.

Wien: 310 Feuerwehreinsätze

"Zwischen 6.00 und 17.00 Uhr hatten wir 310 Einsätze", sagte Christian Feiler, Sprecher der Berufsfeuerwehr. Zu Spitzenzeiten waren 250 Mann zeitgleich unterwegs. Die . Im Prater, in dem die Sperre auch am Samstagabend noch aufrecht ist, wurden die Besucher mit Lautsprecherdurchsagen zum Gehen aufgefordert. Verletzt wurde niemand.

Lose Dachziegel, entwurzelte Bäume

Am Nachmittag verlagerte sich der Schwerpunkt in das südliche Wien. Am häufigsten alarmiert wurde die Feuerwehr wegen loser Bauteile wie beispielsweise Rauchfangaufsätze, Satellitenschüsseln oder auch Dachrinnen, schilderte Feiler. Rund 30 Mal rückten die Einsatzkräfte wegen umgestürzter oder gefährdeter Bäume aus. Folgeschäden wurden keine verzeichnet, entwurzelte Bäume landeten so beispielsweise auf freien Wiesen. Rund 50 Einsätze gab es wegen loser Dachziegel.

Hauptbahnhof Wien: Überdachung vom Wind losgerissen

Am neuen Hauptbahnhof in Favoriten löste sich am Nachmittag im Bereich des Haupteinganges eine rund drei Quadratmeter große Blechkonstruktion der Überdachung. Feuerwehrleute entfernten das lose Blech mittels Drehleiter, sagte Feiler. Der Eingang wurde währenddessen von der Polizei abgeriegelt.

Tirol: Baum reißt Oberleitung um, Passagiere sitzen in Zug fest

Gegen 12.30 Uhr musste ein Lokführer der Deutschen Bahn auf der Strecke von Reutte nach Garmisch-Partenkirchen eine Notbremsung einleiten, weil der Sturm einen Baum umgedrückt hatte. Dieser fiel auf die Oberleitung und riss sie herunter. Weil die beschädigte Leitung nicht mehr geerdet war bestand Gefahr für die Passagiere. Der 57-jährige Lokführer musste die Fahrgäste im Zug behalten, bis die Unfallstelle gesichert war.

Steiermark: 5.000 Haushalte ohne Strom

In mussten die Bewohner ebenfalls unter dem starken Wind leiden. "Elon" verursachte viele Schäden. Allein in der Nacht auf Samstag mussten die Feuerwehrleute in Oberösterreich wegen des Sturms 100 Mal ausrücken, in der Steiermark waren Samstagfrüh 5.000 Haushalte ohne Strom.

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