Österreich

Nach der Attacke: Jetzt spricht der Bürgermeister

Nach der Pistolen-Attacke auf Dimbachs Bürgermeister Josef Wiesinger schildert der Ortschef im Interview die dramatischen Momente.
Heute Redaktion
13.09.2021, 23:17

Die 1.000-Einwohner Gemeinde Dimbach (Bez. Perg) steht immer noch unter Schock. Wie berichtet, war Mittwochabend ein Mann (40) mit einer Pistole ins Gemeindeamt gestürmt, bedrohte Bürgermeister Josef Wiesinger (ÖVP).

Amtsleiter Gerald H., der zu Hilfe eilte, wurde durch einen Messerstich verletzt.

Im Interview schildert Bürgermeister Wiesinger, der unverletzt blieb, die dramatischen Minuten: "Der Täter hat mir mit Pfefferspray in die Augen und den Mund gesprüht. Ich konnte gerade noch in einen Nebenraum flüchten, hatte Probleme zu atmen."

Und weiter: "Anfangs dachte ich noch an einen Scherz. Doch beim Anblick des Pfeffersprays und der Waffe, wusste ich, dass es jetzt ernst wird", so Wiesinger, der anfügt: "Als ich die Pistole an meiner Brust spürte, dachte ich, dass mein Leben gleich vorbei ist."

Einen Tag nach den schrecklichen Erlebnissen wird nun diskutiert, ob künftig auch an den Gemeindeämtern die Sicherheitsvorkehrungen erhöht werden müssen.

Erst kürzlich wurden im Linzer Landhaus die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. So kommt man an Sitzungstagen nur über eine Sicherheitsschleuse mit Metalldetektoren (wie am Flughafen) hinein.

Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen auch auf den Gemeindeämtern?



Diese Maßnahmen an allen Ämtern hält Sicherheits-Landesrat Elmar Podgorschek (FPÖ) derzeit noch für übertrieben. "Bei dem Angriff handelt es sich um einen Einzelfall. Es ist natürlich tragisch, aber man wird sicher nicht alle Übergriffe verhindern können. Verrückte wird es leider immer geben", so Podgorschek im Gespräch mit "Heute".

Wieisinger selbst wird beim Gemeindeamt in Dimbach nichts verändern. Er sagt: "Ich bin überzeugt, dass so etwas nicht noch einmal passiert. Ich blicke trotz des Vorfalls positiv in die Zukunft."

Kaum zu glauben: Er will dem mutmaßlichen Täter sogar verzeihen. "Ich wäre bereit für ein Gespräch. Man sollte jedem Menschen eine zweite Chance geben."

(mip)

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen