Szene

Nach der Sintflut triumphierten Iron Maiden

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:31

Die Heavy-Metal-Götter von Iron Maiden setzten dem Rock in Vienna-Festival am Sonntag mit einer Wahnsinns-Show die Krone auf. Kurz vor ihrem Auftritt zog eine Gewitterfront mit Starkregen über die Donauinsel, doch das hielt die mehr als 20.000 Fans nicht davon ab, auszuharren. Sie wurden dafür reichlich belohnt.

Die Heavy-Metal-Götter von Iron Maiden setzten dem -Festival am Sonntag mit einer Wahnsinns-Show die Krone auf. Kurz vor ihrem Auftritt zog eine Gewitterfront mit Starkregen über die Donauinsel, doch das hielt die mehr als 20.000 Fans nicht davon ab, auszuharren. Sie wurden dafür reichlich belohnt.

Während es der Wettergott an den ersten beiden Festivaltagen noch gut mit dem Rock in Vienna meinte, so herrschten am Sonntag extreme Witterungsverhältnisse auf der Donauinsel. Am frühen Nachmittag brannte die Sonne erbarmungslos vom Himmel und sorgte so bei manchen Besuchern in Verbindung mit regem Alkoholkonsum für Kreislaufverstimmungen.

Schon kurz vor 14 Uhr fanden sich zahlreiche Fans ein, um die Auftritte von Tremonti und Shinedown nicht zu versäumen. Danach betrat der imposante Zakk Wylde, ehemals Gitarrist von Ozzy Osbourne, die Bühne. Doch mit der eher langweiligen Darbietung konnte der bärtige Ausnahme-Klampfer nur wenige Punkte sammeln.

Heißer Nachmittag

Lustig wurde es danach mit Powerwolf. Die deutschen Powermetaller, die unpassenderweise Corpsepaint tragen und bei Hatern als "Helene Fischer des Metal" gelten, sind in der Szene umstritten. Das zeigte sich auch am Rock in Vienna. Während vor der Bühne zahlreiche Fans die Haare fliegen ließen und die Fäuste gen Himmel reckten, suchten andere schattige Plätze auf, um den Auftritt vorübergehen zu lassen.

Gojira, die französische Death-Metal-Band, freute sich ebenfalls über einen gut gefüllten Pit. Freundlich bedankten sie sich zwischen den harten Nummern bei den Fans für das zahlreiche Erscheinen.

Bei Kreator machten sich dann erstmals dunkle Wolken am Horizont bemerkbar. Die Thrash-Legenden angeführt von Frontmann Mille Petrozza lieferten ein knüppelhartes Set ab und ließen keinen Stein auf dem anderen. Hochqualitative Metal-Arbeit aus dem Ruhrpot eben.

Danach gab es den ersten, vorerst noch kleinen Wolkenbruch über der Donauinsel, der auch für eine zehnminütige Verzögerung der Auftritte sorgte. Sowohl Nightwish auf der Soulstage, als auch Dragonforce auf der Jolly Rogers Bühne waren davon betroffen. Viele Fans suchten unter den Schnellbahn- und U-Bahn-Brücken beim Eingang des Festivals Unterschlupf.

Regen sorgte für Unterbrechung

Bald zeigte sich allerdings wieder die Sonne und so konnte das Rock in Vienna problemlos weitergeführt werden. Doch der kurze Schauer war nur ein Vorbote auf das, was noch kommen sollte. Denn zu Beginn des Auftritts von In Extremo zog vom Nordosten her eine dunkelviolette Wand Richtung Wien. Es dauerte nicht lange und es ging ein extrem heftiger Starkregen nieder. Die Veranstalter überlegten nicht lange und ließen das Konzert unterbrechen. Über die Leinwände wurden die Zuschauer gewarnt, sich nicht unter Bäume zu stellen.

"Jetzt ist endlich echte Festivalstimmung", brachte ein Zuseher die Ereignisse auf den Punkt. Denn die 20.000 Fans ließen sich vom Wetter nicht verjagen. Als die Wassermassen weniger wurden, brachte man die Soulstage auf Betriebstemperatur und setzte das Programm fort. Kurz vor 21 Uhr standen dann endlich Iron Maiden auf der Bühne und entschädigten mit einem Wahnsinns-Auftritt für das schlechte Wetter. 

Maiden in Hochform

Nachdem das obligatorische "Doctor Doctor" von UFO über die Soundanlage gelaufen war, war ein animiertes Intro auf den Großleinwänden zu sehen. Danach startete Iron Maiden mit zwei Songs des neuen Albums "The Book Of Souls" in ihr Set. Vor dem ersten Klassiker "Children of the Damned" richtete Sänger Bruce Dickinson, der sich nach seiner überstandenen Krebserkrankung wieder in stimmlicher Top-Form befindet, aufmunternde Worte ans Publikum. Und als ob Petrus sein "By the way, fuck the rain" gehört hätte, wurde der anfangs doch noch starke Regen mit Fortdauer des Auftritts weniger, ehe er dann ganz aufhörte.

Man merkte dem Sextett aus England an, dass sie auf der momentanen Tour schon einige Konzerte hinter sich hatten. Jeder Handgriff, jede Bewegung passte und saß perfekt. Iron Maiden waren extrem spielfreudig. Die Setlist war dominiert von Stücken des neuen Albums, zwischendurch wurden die Fans mit den zahlreichen Klassikern der mittlerweile schon über 40 Jahre dauernden Bandgeschichte versorgt. "The Trooper", "Hallowed Be Thy Name", "Fear Of The Dark", "Number Of The Beast", "Iron Maiden" - fast keiner der ganz großen Hits fehlte.

Punkt elf war es dann vorbei mit der Veranstaltung. Die Fans dürfen sich schon jetzt auf das Rock in Vienna 2017 freuen. 

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