Die Szenen des Spiels
Im zweiten Satz hatte Djokovic beim Stand von 6:5 im Tiebreak einen Satzball, doch Alcaraz wehrte ab und wendete damit einen 0:2-Satzrückstand ab. Gleichzeitig durchbrach der Spanier damit Djokovic unfassbare Serie von 15 gewonnen Tiebreaks in Serie. Definitiv einer der Knackpunkte in diesem Finale. Der zweite ganz große folgte im fünften Satz, als dem Spanier das Break gelang und Djokovic völlig gefrustet seinen Schläger in die Netzstange schlug.
Der bessere Spieler
Im Startsatz sah es schon nach einer weiteren, einseitigen Djokovic-Gala aus, doch offenbar hatte Gegner Alcaraz in seinem 1. Wimbledonfinale bloß etwas Anfangsnervosität. Die legte er ab dem zweiten Durchgang ab und erwies sich in der Folge als ebenbürtig und am Ende leicht nervenstärker in einem absolut hochklassigen und epischen Endspiel.
Das Tribünengezwitscher I
Einmal mehr sorgte Djokovic für Aufregung, indem er sich mit dem Schiri anlegte. Der 23-fache Grand-Slam-Sieger nutzte das Zeitlimit beim Aufschlag schon im ersten Satz immer wieder aus. Im dritten Satz überschritt er die Grenze und erhielt prompt eine Verwarnung – zum Unmut von Djokovic. Auch sonst lamentierte er immer wieder gestenreich, wenn ihm was nicht passte. Auch seine eigene Box bekam zwischendurch seinen Frust ab. Der Schläger in den Netzpfosten war dann noch das Sahnehäubchen.
Djokovic präsentierte sich bei den Spieler-Interviews nach dem Ende als fairer Verlierer. Er applaudierte seinem Gegner, streute Alcaraz verbal Rosen. Er wirkte gefasst, obwohl er die Chance verpasst hatte, Roger Federers Rekord von acht Wimbledon-Siegen einzustellen.
Nur einmal war ihm deutlich anzumerken, wie nah ihm die Niederlage wirklich ging. Als er nach seinen Kindern in der Spielerbox gefragt wurde, brach Djokovic in Tränen aus. Er sei froh, dass sein Sohn Stefan noch bis zum Ende geblieben sei, so der Superstar.
Neben dem achtjährigen Sohn Stefan war auch Tochter Tara (5) und Ehefrau Jelena Ristic auf der Tribüne, jubelten dem Serben trotz Niederlage zu.
Das Tribünengezwitscher II
Das Wimbledon-Finale wurde zum Klassentreffen der Promis aus der Showbranche: James-Bond-Darsteller Daniel Craig war auf dem Centre Court ebenso zugegen wie Brad Pitt. Dazu gesellten sich weitere Promis wie US-Popstar Ariana Grande, Rapper Stormzy oder Schauspielsternchen wie etwa Emma Watson, Andrew Garfield oder Tom Hiddleston. Von den Royals war die britische Prinzessin Kate mit Ehemann Prinz William und ihren beiden ältesten Kindern, Prinz George und Prinzessin Charlotte ebenfalls dabei. Auch der spanische König Felipe VI. ließ sich das Spiel nicht entgehen.
Der Ausblick
Ende August beginnt in New York mit dem US Open das letzte Grand Slam des Jahres. Für Tennisfans gibts bereits ab Montag das Swiss Open in Gstaad zu sehen. Ohne Djokovic und Alcaraz, dafür mit jeder Menge starken Spielern wie etwa Stan Wawrinka oder Dominic Thiem.