Nach Druck der EU - Kyoto-Protokoll verlängert

Bild: Reuters

Die internationale Staatengemeinschaft will bis zum Jahr 2015 einen rechtlich verbindlichen Klimavertrag erarbeiten, um so die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Nach einem harten Ringen konnten sich die Länder beim UN-Klimagipfel am frühen Sonntagmorgen im südafrikanischen Durban darauf einigen. Auch große Verursacher von Treibhausgasen wie die USA, China und Indien sollen damit stärker in die Pflicht genommen werden.

Das neue Abkommen soll bis 2020 in Kraft treten. Mit der Einigung soll auch das 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll verlängert werden, um die Zeit bis zu dem neuen Vertrag im Jahr 2020 zu überbrücken. Bis 2020 wird nun eine CO2-Reduzierung um insgesamt 25 bis 40 Prozent angestrebt. Die Details sollen aber erst im kommenden Jahr beschlossen werden. Zu dem Kyoto-Prozess bekennen sich aber nur noch Staaten, die 15 Prozent der Treibhausgas-Emissionen ausmachen.

Die 17. Klimakonferenz war zur Lösungssuche extra um einen Tag verlängert worden. Die EU hatte im Verbund mit rund 100 weiteren Staaten eine kompromisslose Strategie verfolgt. Wenn Blockierer sich nicht zu einem Fahrplan für ein rechtlich verbindliches Abkommen bis 2015 bekennen, drohten sie damit, den Klimagipfel platzen zu lassen. Indien bekannte sich schließlich zu einer verbindlichen Regelung. Vor allem die EU-Staaten hatten in den Verhandlungen auf eine möglichst hohe Verbindlichkeit des neuen Vertrages gedrungen.

Berlakovich mit Ergebnis zufrieden

Umweltminister Nikolaus Berlakovich (V) bezeichnete das Ergebnis des Klimagipfels als "historischen Durchbruch" und "Entscheidung für das Leben". Es habe in Durban nach jahrelangem Stillstand "ein globales Zusammenrücken beim Klimaschutz" gegeben, so Berlakovich in der Nacht auf Sonntag. Auch die durch die globale Erwärmung besonders gefährdeten Inselstaaten seien mit den Beschlüssen von Durban "sehr zufrieden".

Die Europäische Union habe einen "klaren Fahrplan" durchgesetzt. Eine Ad-hoc-Arbeitsgruppe werde bis 2015 das neue Klimaschutzabkommen ausarbeiten, das dann 2020 in Kraft treten soll, so Berlakovich. Österreich und die anderen EU-Länder, die als einzige Treibhausgase einsparten, hätten mit Erfolg auf eine rechtliche Verbindlichkeit des neuen Abkommens gedrängt. Diesem sollen im Unterschied zum Kyoto-Protokoll auch die USA sowie Indien und China angehören, die große Verursacher von Treibhausgasen sind.

Der Umweltminister wies ferner darauf hin, dass beim Gipfel in Südafrika ein "Grüner Klimafonds" beschlossen wurde. Dieser werde nicht nur mit öffentlichen, sondern auch mit privaten Mitteln gespeist.

Umweltschützer: Verhaltener Jubel

Der Klimasprecher der Umweltschutzorganisation Global 2000, Johannes Wahlmüller, sagte, der erfolgreiche Abschluss der Klimakonferenz mit einem Fahrplan für ein neues Abkommen, das erst 2020 in Kraft treten soll, sei "kein Grund zum Jubeln". Der Zeitplan sei "viel zu langsam". Ein "großes Manko" sei außerdem, dass "keine Erhöhung der Anstrengungen vereinbart wurden", die Treibhausgase zu verringern.

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