Oberösterreich

Nach Eulen-Tötung nun Huhn bei "Schießübung" umgebracht

Der Fall mehrerer getöteter Eulen sorgt in OÖ noch immer für Aufregung, da gibt es schon den nächsten Fall. Zwei Männer schossen auf Hühner.
Peter Reidinger
02.07.2023, 14:39
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Erneut sorgt ein Fall von Tierquälerei in Oberösterreich für Aufregung und Empörung. Am Samstag meldete sich um kurz vor Mittag eine Frau bei der Polizei im Bezirk Kirchdorf und schilderte, was sich in der Nacht zuvor abgespielt hat. 

Ihr Neffe habe ihr erzählt, dass er gegen 4 Uhr Früh Schüsse gehört hat. Sein 41-jähriger Stiefvater habe sich gemeinsam mit einem Freund betrunken und dann "Schießübungen" durchgeführt. Dabei sei ein Huhn umgebracht worden. 

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Zwei Polizeistreifen fuhren sofort zur angegebenen Adresse. Dort befanden sich eine Frau und vier weitere Kinder. Bei der Befragung kam heraus, dass die Schilderung stimmt. "Die Mutter und deren ältere 17-jährige Tochter bestätigten die Schießübungen bzw. gaben an, dass sie gegen 4 Uhr durch den Lärm geweckt wurden. Weiters konnte ein getötetes Huhn im Gehege festgestellt werden", so die Polizei in ihrem Bericht am Sonntag.

Der Lebensgefährte und vermutliche Schütze war aber nicht mehr vor Ort. In einem zum Haus gehörigen Stallgebäude fand die Polizei dann acht Schusswaffen und Tausende Stück dazugehörige Munition. Gegen den 41-Jährigen wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen und ein Betretungsverbot verhängt. Anzeigen folgen.

Der Fall erinnert an einen Fall, bei dem drei Männer, ein Vater und seine Söhne, einfach auf ein Eulennest schossen. Dabei starben fünf Tiere. Vergangene Woche standen die Jäger in Wels vor Gericht. Die Urteile: 1.200 Euro Geldstrafe für den Vater und einen seiner Söhne. Der andere Sohn bekam 8.000 Euro Strafe, weil er ein höhere Gehalt hat. Zudem wurde den Männern die Jagdkarte entzogen und ein Waffenverbot verhängt. Die drei bestritten alles, das Urteil ist nicht rechtskräftig. 

Die Pfotenhilfe Lochen, wo einige der überlebenden Eulen einen Platz gefunden haben, übt heftige Kritik. Es sei ein "Skandal", wie wenig Tiere bei den Justizbehörden zählen würden. Geldstrafen seien nicht genug. "Wenn die drei aus nächster Nähe fünf Hunde mit Schrot durchlöchert hätten, hätte das Urteil wohl anders ausgesehen", so die Tierschützer auf Facebook. 

Sie posteten zudem mehrere Fotos von den getöteten Eulen. "Tierquälerei und mutwillige Tötung fühlender Lebewesen müssen einfach von den Behörden viel ernster genommen werden, sonst wird sich nie etwas ändern", so die Pfotenhilfe.

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