Im deutschen Supercup ging es heiß her. Dort standen sich Doublesieger Bayer Leverkusen und Vizemeister VfB Stuttgart gegenüber. Einer dürfte bei all den Emotionen jedoch zu weit gegangen sein. Mittelstürmer Victor Boniface soll nach dem gewonnenem Elfmeterschießen der Stuttgarter Bank den Mittelfinger gezeigt haben. Dies dürfte jetzt ein Nachspiel haben.
Die hitzige Partie endete nach der regulären Spielzeit mit 2:2. Enzo Millot (15.) und Deniz Undav (63.) trafen für die Stuttgarter. Auf der Gegenseite trafen Boniface (11.) und Patrik Schick (88.). Deshalb musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen. Dort verschoss der Stuttgarter Silas den entscheidenden Penalty. Wie im Video eines Fans auf TikTok zu sehen ist, habe Boniface dann beim Jubel mit breitem Grinsen der Bank der Verlierer den Mittelfinger gezeigt.
Auch während des Spiels gab es reichlich emotionalen Zündstoff. Leverkusens Neuzugang Martin Terrier sah nach einem Foulspiel Rot. Nach einer Ecke kam es zu einer Rudelbildung, als Edmond Tapsoba und Ermedin Demirovic aneinander gerieten.
Wie die "Bild" berichtet, wollte Stuttgart-Trainer Sebastian Hoeneß seinen Trainer-Kollegen Xabi Alonso bereits nach Abpfiff auf die Boniface-Aktion aufmerksam machen. Beim Shakehands zeigte er, mit welcher Geste der nigerianische-Nationalspieler die Stuttgarter-Bank verhöhnte.
Zuvor war der deutsche Trainer auch mit Leverkusen-Star Florian Wirtz aneinander geraten. Im Interview mit Sky erklärte er dann die Situation. "Es ging um einen anderen Spieler, der dachte, uns das Gefühl geben zu müssen, dass wir verloren haben und sich über uns lächerlich gemacht hat". Um welchen Spieler es sich handelte, dürfte nun klar sein.
Xabi Alonso sah die Aktion jedoch gelassen. "Ich habe das nur gehört, nicht gesehen. Fakt ist: Es gab in diesem Spiel viel Polemik. Das ist ganz normal und für mich kein großes Thema".
"Der nigerianische Nationalspieler wird verdächtigt, den Stuttgarter Spielern unmittelbar nach Schlusspfiff im Vorbeilaufen den ausgestreckten linken Mittelfinger gezeigt zu haben", heißt es vonseiten des DFB. Der Verband habe die Ermittlungen bereits aufgenommen und Boniface kontaktiert.
Weiter heißt es im Statement: "Schiedsrichter Tobias Stieler hat auf Nachfrage erklärt, diese Szene nicht gesehen zu haben, weshalb der Kontrollausschuss nachträglich ermitteln kann".