Festnahme, U-Haft, Prozess

Nach Flucht meditierte Krypto-Millionär in Brasilien

Der Co-Founder einer Kärntner Firma soll Millionen erbeutet haben, bevor er in Brasilien abtauchte. Er wurde gefunden, gefasst, muss nun vor Gericht.

Christian Tomsits
Nach Flucht meditierte Krypto-Millionär in Brasilien
Der Verdächtige in einem veröffentlichten YouTube-Video beim Meditieren.
Schreenshot

100.000 Euro für Callgirl-Partys, Sporttaschen voll Bargeld und über 40.000 Opfer, die mehr als 17 Millionen Euro verloren. Einer mutmaßlichen Betrüger-Gang aus Kärnten, die in Slimfit-Anzügen und gemusterten Seidenhemden auf Events in Dubai, Abu Dhabi auf Bali und Co. ein großangelegtes Pyramidenspiel aufgezogen haben sollen, geht es momentan am Landesgericht Klagenfurt an den (Designer-)Kragen –wir berichteten.

Seit September 2023 läuft der Prozess gegen eine Vielzahl an Verdächtigen. Die Mitglieder der sogenannten EXW-Gruppe hätten sich vor Anlegern kaum retten können –. Der Umsatz sei brutto gleich Netto unter den Männern zwischen 20 und 48 Jahren aufgeteilt und verprasst worden – vom Geld fehlt jede Spur.

Auf der Anklagebank wird es langsam eng, denn seit diesem Dienstag gesellt sich auch noch der Co-Founder jener Firma dazu, gegen die die WKStA eine 300 Seiten lange Anklageschrift einbrachte.

Pirmin T. (39) aus Südtirol war nach dem Auffliegen der Krypto-Gang mit Geld im Gepäck nach Brasilien geflohen. Dort lebte er einige Zeit unterm Radar in Santana die Parneíba in der Nähe von São Paulo gemeinsam mit einer Einheimischen und einem Kind, ließ sich beim Meditieren auf den Bergen filmen, ehe er im am 23. April 2023 nach einer Interpol-Fahndung zu Hause gefasst wurde und ein Jahr lang in Auslieferungshaft ausharrte.

Kürzlich kam der 39-Jährige in Österreich an. Sein zweitägiger Auftritt am Landesgericht Klagenfurt wurde mit Spannung erwartet, denn er war zuvor von mehreren geständigen Angeklagten schwer belastet worden.

Die umfangreiche Verhandlung, die von Ex-Justizministerin Claudia Bandion-Ortner geleitet wird, geht nach der Aussage des Südtirolers in die Zielgerade – ein Urteil dürfte noch vor dem Sommer fallen. Allen Beteiligten drohen bis zu 10 Jahre Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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    Melanie Seidl

    Auf den Punkt gebracht

    • Eine mutmaßliche Betrüger-Gang aus Kärnten steht vor Gericht, nachdem sie ein Pyramidenspiel aufgezogen haben sollen, bei dem über 40.000 Opfer mehr als 17 Millionen Euro verloren haben
    • Ein Mitglied der Gruppe, Pirmin T., wurde nach einem Jahr in Auslieferungshaft festgenommen und wird nun in den Prozess einbezogen, in dem hohe Haftstrafen drohen
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