Spektakulärer Prozess am Donnerstag am Grazer Landesgericht: Häftling Friedrich G. (64) sitzt nach einer Schlägerei mit Wärtern in der Justizanstalt Karlau (Stmk.) im Rollstuhl und klagt jetzt die Republik Österreich auf 150.000 Euro Schmerzensgeld.
Von Sanitätern und Beamten begleitet, schob Anwältin Karin Prutsch Friedrich G. in den Gerichtssaal. Der Häftling ist seit November 2010 an den Rollstuhl gefesselt. Damals war es bei der Verabreichung einer Spritze zu einer Schlägerei gekommen - Friedrich G. erlitt dabei irreparable Schäden. Vier Wärter und zwei Ärzte wurden in der Folge strafrechtlich freigesprochen - jetzt will Friedrich G. im Zivilprozess 150.000 Euro plus alle Kosten für ein behindertengerechtes Leben nach der Entlassung.
Diese kann aber noch dauern, weil der ursprünglich nur zu zehn Monaten Haft verurteilte Mann im Maßnahmenvollzug sitzt und seit 2003 nur negative Gutachten bescheinigt bekam. Der Prozess wurde auf Herbst vertagt - Friedrich G. wurde nach Stein (NÖ) verlegt.
Joachim Lielacher