Nach Kopfschuss: Tschetschenen-Demo in Wien

Mord Gerasdorf
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Die tschetschenische Community in Österreich reagierte auf den mutmaßlichen Auftragsmord in Gerasdorf geschockt. Am Dienstag gibt es eine Demo.

Der Mord an Regimekritiker Anzor S. alias Martin B. (43) hat innerhalb der Tscheschenen-Community für Entsetzen gesorgt. Ein führender tschetschenischer Exilpolitiker hat für Dienstagnachmittag eine Demonstration vor der russischen Botschaft in Wien (Landstraße, Reisnerstraße) angekündigt. "Wir versuchen so, auf diesen Mord zu reagieren", so Khuseyn Iskhanov gegenüber der APA.

Mord muss geklärt werden

Damit wolle man sicherstellen, dass der Mord am 43-Jährigen aufgeklärt werde. Und von Russland fordere man, dass  Auftragsmorde an Tschetschenen endlich eingestellt werden.

Wie berichtet war der 43-jährige Exil-Tschetschene mit Wohnsitz in Wien-Donaustadt am Samstagabend vor einem Gewerbebetrieb in Gerasdorf (Bezirk Korneuburg) erschossen worden. Ein 37-jähriger Tschetschene wählte den Notruf. Im Zuge der großräumigen Alarmfahndung mit Unterstützung der Wega und Cobra konnte der mutmaßliche Schütze, Sar A. (47), nur knapp zwei Stunden nach der Bluttat in Linz festgenommen werden.

Das Mordopfer von Gerasdorf.
Das Mordopfer von Gerasdorf.privat

Schusssichere Weste

Am Sonntag verstrickte sich der "Zeuge" vermehrt in Widersprüche und wurde schließlich als verdächtiger Komplize ebenfalls festgenommen. Beide Tschetschenen sitzen jetzt in der Justizanstalt Korneuburg in Untersuchungshaft. 

Martin B. dürfte einerseits zwar Angst vor einem Attentat gehabt haben, soll sich sogar wegen einer schusssicheren Weste erkundigt haben, andererseits wurde er nie müde mit den Schmäh- und Kritikvideos betreffend Tschetscheniens Präsident bzw. Diktator. 

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