Weil zwei Männer wegen eines USB-Sticks im Wert von zehn Euro in einer Wohnung in Wien-Liesing in Streit geraten waren, der sich anschließend auf die Straße verlagerte, hatte einer der Kontrahenten eine Pistole gezückt und seinem Gegenüber in den Kopf geschossen. Der Täter war geflüchtet, das Opfer schwebte seit dem Vorfall am 23. Februar in Lebensgefahr. Nun wurde ein Tatverdächtiger verhaftet - der Bruder des Opfers.
Laut Polizeiangaben sollen sich die Männer nach Ausbruch des Streits in der Purkytgasse von gegenüberliegenden Straßenseiten aus beschimpft haben. Schließlich zog einer der Serben eine Waffe und schoss den anderen - einen 31-Jährigen - vor einer Billa-Filiale nieder. Das Opfer erlitt einen Kopf-Durchschuss, der Schütze flüchtete.
Vor den Einsatzkräften konnte der Schwerverletzte, der selbst mit einer Glock 17 bewaffnet war, noch angeben, dass sich der Streit um einen USB-Stick gedreht hatte. Dann wurde er wegen der Lebensgefahr in ein künstliches Koma versetzt - aus dem er erst zwei Tage später wieder aufgeweckt wurde. Nach intensiven Ermittlungen nahm die Polizei am Montag den Bruder des Opfers fest.
Laut "Krone" soll der Verdächtige Mitte Jänner aus dem Gefängnis ausgebrochen sein. Der Festgenommene habe in der Justizanstalt Stein und kurzzeitig wegen Suizidgefahr in der Nervenheilanstalt Mauer in Niederösterreich gesessen. Am 19. Jänner brach der 35-Jährige laut Bericht von der dortigen forensischen Abteilung durch ein WC-Fenster im Parterre aus.