Der niederländische Prinz Friso ist eineinhalb Jahre nach seinem Skiunfall im Alter von 45 Jahren gestorben. Das meldet das Königshaus am Montag.
Knapp ist der niederländische Prinz Friso in seiner niederländischen Heimat gestorben. wurde zuletzt im Wohnpalast seiner Mutter, Prinzessin Beatrix, versorgt. Dort starb er am Montag früh. Friso hinterlässt eine Frau und zwei Töchter (8,7). Die königliche Familie dankte laut der Erklärung des Hofes allen, die ihn betreut hatten, "für die ausgezeichnete und hingebungsvolle Versorgung".
Der 45 Jahre alte Sohn von Prinzessin Beatrix und der Bruder von König Willem-Alexander lag seit einem Lawinenunglück im Februar 2012 im Koma.
Er hatte beim Skilaufen im österreichischen Lech gemeinsam mit einem Freund, dem Hotelier Florian Moosbrugger, trotz hoher Lawinengefahr die Piste verlassen.
25 Minuten lag er ohne Sauerstoff unter den Schneemassen. Bereits im Krankenhaus in Innsbruck hatten die Ärzte von unwiederbringlichen Hirnschäden gesprochen. Die königliche Familie war zutiefst erschüttert. Die Niederländer erlebten, wie schwer Frisos Frau, Prinzessin Mabel, und seine Mutter Beatrix vom tragischen Unglück gezeichnet waren.
Der Prinz wurde in einer Klinik in London versorgt. Doch mit der Zeit schwand jede Hoffnung. Im März 2012 war Friso worden. Im Juli 2013 kehrte er in sein Elternhaus Huis ten Bosch in Den Haag zurück. Sein Zustand war unverändert. Er sollte nie wieder aus dem Koma erwachen. Prinz Friso starb am Montag.
Lecher Bürgermeister "tief betroffen"
Tief bewegt zeigte sich am Montag Ludwig Muxel, Bürgermeister von Lech am Arlberg. "Als einer, der wie viele Lecher den Prinzen von Kindesbeinen an kannte, bin ich persönlich tief betroffen und zutiefst berührt". Und weiter: "Mein ganzes Mitgefühl und das aller Lecher gehört Prinzessin Mabel, ihren Kindern, Prinzessin Beatrix, König Willem-Alexander und allen weiteren Angehörigen", sagte Muxel.
Der Tod des Prinzen hat die ganzen Niederlande erschüttert. Radio und Fernsehen unterbrachen ihr Programm. Politiker sprachen der Familie ihr tiefes Mitgefühl aus. Ministerpräsident Mark Rutte nannte den Tod "unglaublich traurig". Tausende Bürger zeigten ihr Beileid in Kondolenzregistern im Internet.
Windmühlen-Flügel darf nicht senkrecht stehen
Die niederländischen Windmühlen sind in den Trauerstand gestellt worden. Dabei steht der höchste Flügel nicht senkrecht. Der Prinz war Schirmherr der Vereinigung holländischer Mühlen.
Verfahren eingestellt
Das Verfahren gegen den einheimischen Begleiter des Prinzen, Moosbrugger, war im Oktober vergangenen Jahres eingestellt worden. Die Behörden hatten wegen fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Umständen ermittelt.
Prinz hatte Nimbus eines Homosexuellen
Der zweite Sohn von Prinzessin Beatrix galt als sehr intelligent. Er schloss drei Studien erfolgreich ab: Ingenieur, Luft- und Raumfahrttechnologie und Betriebswirtschaft. Schnell machte er Karriere unter anderem bei der Bank Goldman Sachs in London und dem niederländischen Forschungsinstitut TNO in Delft. Zuletzt war Friso Finanzchef der internationalen Atomfirma URENCO in London.
Weil man den jungen Mann mit dem freundlichen Lachen nie mit Freundin sah, kamen Gerüchte auf, dass er homosexuell sei. Friso ließ daraufhin 2001 offiziell erklären, dass er heterosexuell sei. Und kurze Zeit später tauchte erstmals eine junge Frau an seiner Seite auf: Mabel Wisse Smit.
Doch die Verlobung mit der Bürgerlichen löste einen Skandal aus. Denn Mabel hatte verschwiegen, dass sie Jahre zuvor mit einem berüchtigten Drogenboss liiert war. Unter starkem politischen Druck verzichtete Friso darauf, das Parlament offiziell um Zustimmung zur Hochzeit zu bitten und verlor so seinen Platz in der Thronfolge.
Das Paar gab sich 2004 in Delft das Jawort und bekam zwei Töchter: Luana (8) und Zaria (7).
Nächste Seite: So lief die Lawinen-Tragödie in Lech 17. Februar 2012 - Prinz Johan Friso von Oranien-Nassau von Amsberg, Sohn von Königin Beatrix,Dabei löst sich im freien Skiraum bei Lawinenwarnstufe 4 ein rund 30 Meter breites und rund 40 Meter langes Schneebrett, das den Urlauber verschüttet.
Nach 20 Minuten wird der damals 43-Jährige aus den Schneemassen geborgen und von den Rettungskräften reanimiert und mit dem Rettungshubschrauber in die Universitätsklinik Innsbruck geflogen.
Sein Zustand ist kritisch und er schwebt in Lebensgefahr. Eine Prognose wollen die Ärzte laut dem niederländischen Königshaus erst in den kommenden Tagen abgeben.
Die Mutter des verunglückten niederländischen Prinzen, Königin Beatrix, und seine Ehefrau Mabel besuchen ihn am Nachmittag in Innsbruck. Am späten Abend kommen weitere Mitglieder des niederländischen Königshauses auf dem Flughafen an.
18. Februar - Prinz Johan Friso befindet sich weiterhin in Lebensgefahr. Die Nacht in der Innsbrucker Universitätsklinik hat er ruhig überstanden, sein Zustand sei stabil.
Nach dem Lawinenunglück ermittelt die Staatsanwaltschaft Feldkirch. Es handle sich vorerst um eine routinemäßige Untersuchung, wie sie nach jedem Unfall vorgenommen werde. Noch am Vortag wurde an Ort und Stelle mit den Erhebungen begonnen.
Samstagmittag kommen die niederländische Königin Beatrix und seine Ehefrau Mabel erneut in die Innsbrucker Klinik, um den Verletzten in der Intensivstation zu besuchen.
19. Februar - Der Zustand von Johan Friso ist weiterhin stabil. Das Lawinenopfer befindet sich aber nach wie vor in Lebensgefahr.
Die niederländische Königin Beatrix und Johan Frisos Frau Mabel treffen zu Mittag erneut an der Innsbrucker Universitätsklinik ein, um den verunglückten Prinzen auf der Intensivstation zu besuchen.
20. Februar - Beatrix und Mabel besuchen den Verunglückten, dessen Gesundheitszustand unverändert ist. Begleitet werden sie von der fünfjährigen Tochter Frisos, Zaria, und Mabels Mutter.
Königin Beatrix soll angesichts des Unglücks gegenüber dem einheimischen Begleiter ihres Sohnes großes Mitgefühl gezeigt haben. Bei dem Mann, der einen Schock erlitten hatte und noch nicht zu dem Lawinenabgang befragt werden konnte, handelt es sich um einen 42-jährigen Lecher Hotelier.
21. Februar - Königin Beatrix und ihre Schwiegertochter Mabel treffen wieder an der Innsbrucker Universitätsklinik ein.
22. Februar - Heinz Rusch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Feldkirch gibt bekannt, dass der 42-jährige Begleiter des Prinzen in den vergangenen Tagen von der Polizei zum Lawinenunglück befragt worden ist. Die Ermittlungen der Justiz wegen fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen würden fortgeführt und dürften vermutlich noch mehrere Wochen andauern.
Über den Gesundheitszustand des bei einem Lawinenabgang lebensgefährlich verletzten niederländischen Prinzen Johan Friso gibt es weiter keine neuen Nachrichten.
Königin Beatrix und ihre Schwiegertochter treffen zu Mittag wieder an der Innsbrucker Universitätsklinik ein, um den Prinzen auf der Intensivstation zu besuchen.
23. Februar - Über den Gesundheitszustand Frisos gibt es vorerst keine Prognose der Ärzte.
Zu Mittag trifft seine Frau Mabel wieder an der Universitätsklinik ein. Sie wird von ihrem Schwager Constantijn und dessen Frau Laurentien begleitet.
24. Februar - Verheerende Nachricht bei einer Pressekonferenz der behandelnden Ärzte: Der Sauerstoffmangel hat zu massiven Schäden im Gehirn geführt. Es könne derzeit nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob der Patient jemals wieder das Bewusstsein erlangen werde, so Wolfgang Koller, Leiter der traumatologischen Intensivstation an der Innsbrucker Klinik. Eine neurologische Behandlung können Monate, wenn nicht Jahre in Anspruch nehmen.
1. März - Prinz Friso wird mit einem Ambulanzjet in eine Reha-Einrichtung nach London gebracht. Die königliche Familie reist aus Lech ab.
19. Oktober - Die Staatsanwaltschaft Feldkirch stellt das Verfahren gegen den Skibegleiter des Prinzen in Absprache mit der Oberstaatsanwaltschaft Innsbruck und dem Justizministerium ein. Beiden Skifahrern sei das Risiko von Lawinenabgängen bewusst gewesen, so die Begründung.
19. November - Nach neun Monaten im Koma zeigt Prinz Friso erste Anzeichen von Bewusstsein. Es handle sich um das sogenannte Minimalbewusstsein, dämpfen die Ärzte die Hoffnungen.
18. Februar 2013 - Ein Jahr nach dem tragischen Lawinenunglück kommt die niederländische Königsfamilie wieder in Lech am Arlberg zusammen.
9. Juli 2013 - Prinz Friso ist wieder in den Niederlanden, meldet der Hof. Im Palast Huis ten Bosch in Den Haag werde der Prinz von einem medizinischen Team versorgt.
12. August 2013 - Der Hof gibt das Ableben von Prinz Friso bekannt.