Leidenschaftlich wurde über Schockfotos und Warnhinweise auf Zigarettenpackungen gestritten - schon am Montag will das EU-Parlament Fakten schaffen: Mindestens 75% jeder Zigarettenpackung sollen mit Warnhinweisen bedeckt sein. Hinter der Kulissen tobt ein Polit-Duell.
Leidenschaftlich wurde über Schockfotos und Warnhinweise auf Zigarettenpackungen gestritten – schon am Montag will das EU-Parlament Fakten schaffen: Mindestens 75% jeder Zigarettenpackung sollen mit Warnhinweisen bedeckt sein. Hinter der Kulissen tobt ein Polit-Duell.
In Straßburg schlägt die Stunde der Tabak-Lobbyisten. Laut dem österreichischen EU-Abgeordneten Hans-Peter Martin erhielt jeder der 766 EU-Parlamentarier eine 15--Flasche des italienischen Weinguts "Brancaia". Auf dem Etikett eine unappetitliche Warnung. In einem Brief wird vor "Bevormundung" gewarnt.
Für den fraktionslosen Martin ein "perfides Lobbying". Hinter der scheinbar unabhängigen Initiative steckt unter anderem British American Tobacco. Laut Tagesordnung des EU-Parlaments, die noch geändert werden kann, wird am Dienstag die Tabakrichtlinie der EU-Kommission abgestimmt: Warnhinweise sollen 75% der Packung bedecken. Martin: "Es geht dabei nicht um ein Zigarettenverbot, sondern um die Verpflichtung, Konsumenten über Folgen zu informieren."
In Australien, wo großflächig gewarnt wird, sank der Anteil der Raucher in der Bevölkerung seit 1983 Jahren von 35% auf 15%.
E. Nuler