Nach Mega-Stau: Formulare werden vernichtet

Stau vor dem Karawankentunnel.
Stau vor dem Karawankentunnel.picturedesk.com
Weil jeder Ein- oder Durchreisende ein Formular ausfüllen muss, kam es vergangene Woche zu einem 15 Stunden langen Mega-Stau.

Doch was passiert eigentlich mit den besagten Formularen, die auf Verordnung der Bundesregierung jede Person erfassen müssen, die die österreichische Grenze passieren will? Diese Frage stellte sich auch der "Kurier" und stieß auf eine stutzig machende Antwort.

Sie werden geschreddert. Das erklärt der Bezirkshauptmann Villach-Land Bernd Riepan. Denn seitens des Gesundheitsministeriums heißt es, es bestehe lediglich eine Pflicht zum Ausfüllen der Formulare, um im Falle einer später auftretenden Erkrankung die Rückverfolgung zu gewährleisten. Eine prinzipielle Pflicht zur Auswertung oder Aufbewahrung bestehe überhaupt nicht.

Teil der Formulare wird weitergeschickt

Allerdings: Jene Österreicher, die sich zur Heimquarantäne verpflichten haben, bekommen das Formular hinterhergeschickt. Dieses landet dann bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft am Wohnsitz des Reise-Rückkehrers. Auch der Bezirkshauptmann des steirischen Ortes Leibnitz berichtet, dass ihn niemand nach den Formularen gefragt habe. Tausende davon liegen unbeachtet im Keller.

Anders als in Kärnten werden in der Steiermark nur stichprobenartig Kontrollen durchgeführt. Grund ist die unterschiedliche Auslegung der Verordnung, an der sich offenbar von Seiten der Regierung niemand stört. Gesundheitsminister Rudolf Anschober kritisiert hingegen Kärnten und fordert dazu auf, die Kontrollen verhältnismäßig durchzuführen.

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