Lange Haftstrafe!

Nach Mordversuch an Chefs – Lkw-Fahrer verurteilt!

Nachdem ein LKW-Fahrer bei einem Streit seinen Chef und dessen Vater mit einem Messer attackiert hatte, wurde ein Urteil gefällt: Schuldspruch!
Christoph Weichsler
16.10.2024, 07:45
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Es schien eine ganz normale Nacht zu sein, als sich an einer Raststation auf der Pyhrnautobahn ein grausames Drama abspielte: Ein Streit zwischen einem Lkw-Fahrer und seinen Arbeitgebern eskalierte so brutal, dass zwei Männer blutüberströmt um ihr Leben kämpften. Der 56-jährige LKW-Fahrer, ein Familienvater, stach mit wuchtiger Gewalt auf seinen Chef und dessen Vater ein – wir berichteten. Jetzt ist klar: Er wurde im Gerichtsprozess am 15. Oktober aufgrund zweifachen Mordversuchs – nicht rechtskräftig – schuldig gesprochen.

Mit Taschenlampe gestoppt

Was als normale Übergabe eines Sattelschleppers begann, endete in einer Tragödie. Zunächst trafen sich der Angeklagte und seine beiden Opfer in Zeltweg, doch wegen der Dunkelheit verlegte man die Inspektion des Lkws auf eine besser beleuchtete Raststation. Dort entdeckten der Firmenchef und dessen Vater Schäden und Mängel am Fahrzeug – alte Reifen und erhebliche Beschädigungen. Ein Streit entbrannte, der den Lkw-Fahrer plötzlich zu einer unfassbaren Tat trieb.

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Mit einem Messer attackierte der 56-jährige Fahrer mitten in der Nacht die beiden Männer. Der Vater des Chefs erlitt dabei fünf schwere Stiche. Die Klinge drang so tief ein, dass das Leben des Mannes am seidenen Faden hing. Nur das schnelle Eingreifen des Sohnes, der den Angreifer mit einer Taschenlampe auf den Kopf schlug, rettete seinem Vater das Leben. Der Sohn selbst wurde zwar auch verletzt, konnte jedoch mit einer kleineren Stichwunde entkommen.

Angeklagter beruft sich auf Notwehr

Vor Gericht sprach der Beschuldigte allerdings von Notwehr und bestritt jede Tötungsabsicht. "Wenn ich ihn töten hätte wollen, hätte ich in den Hals gestochen", gab er an. "Ich wollte mich nur verteidigen", betonte er. Alles andere sei "Lüge". Von seiner Attacke auf das ältere Opfer existiert allerdings ein Video. "Ich habe nicht heftig gestochen, nur so, wie eine Schlange beißt, also nur, um ihn abzuwehren", behauptete der Angreifer.

Lkw-Fahrer fühlte sich "ungerecht behandelt"

Im Gerichtssaal zeigte sich der Angeklagte überaus emotional. Immer wieder betonte er, wie ungerecht er von den beiden Männern behandelt worden sei: "Ich habe keinen Gramm Treibstoff oder Reifen verkauft", verteidigte er sich und behauptete, die Firma sei ihm noch Geld schuldig gewesen. Besonders tragisch: Er hatte seinen beeinträchtigten Sohn bei sich im Lkw, da dieser auf ihn angewiesen sei. Die Verteidigerin führte zudem ins Treffen, dass ihr Mandant "17 Jahre quer durch Europa" gefahren und nie straffällig geworden sei.

Doch der Chef des Unternehmens erzählte eine andere Geschichte. Der Angeklagte habe bereits einen Vorschuss für den nächsten Monat erhalten, und von ausstehendem Lohn könne keine Rede sein. Vielmehr habe er bei dem Treffen Schäden am Lkw festgestellt, die der Fahrer nicht erklären konnte. Als er den 56-Jährigen zur Rede stellte, habe dieser ihm ohne Vorwarnung einen Faustschlag verpasst. Es folgte ein Gerangel, bei dem der Chef sicher war, der Streit habe sich beruhigt – bis er plötzlich von hinten einen Messerstich in die Flanke spürte. "Ich habe noch nie im Leben so einen Schmerz gespürt", schilderte der Firmenchef emotional. Noch am Boden liegend trat der Angeklagte weiter auf ihn ein, bevor er sich dem Vater des Chefs zuwandte und mit voller Kraft auf diesen einstach.

Flucht in letzter Sekunde: Opfer suchten Schutz an Tankstelle

Der Tankwart, der in dieser Schicksalsnacht Dienst hatte, berichtete eindringlich von den dramatischen Momenten: Zwei schwer verletzte Männer, blutüberströmt und völlig außer Atem, stolperten in den Tankstellen-Shop und flehten verzweifelt um Hilfe. Schnell reagierte der Tankwart und verschloss die Türen, um sie vor weiteren Angriffen zu schützen. Sofort verständigte er den Notruf. "Es war wie ein Horrorfilm", schilderte der Tankstellenmitarbeiter die Situation – zwei Männer, die dem Tod nur knapp entronnen waren und in einem verzweifelten Moment Schutz suchten, während draußen die Schrecken der Nacht ihren Lauf nahmen.

Urteil: Verurteilt wegen versuchten Mordes

Am Ende des Tages kam das Urteil: Der Lkw-Fahrer wurde wegen versuchten Mordes zu 20 Jahren Haft verurteilt. Die Geschworenen waren sich einig, dass die Tat vorsätzlich war und die Argumentation der Notwehr nicht glaubhaft erschien. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig, da der Angeklagte sowie die Staatsanwaltschaft Berufung einlegen können.

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