Es sind die harten Fälle, die es vom Patientenanwalt zur Schiedsstelle der niederösterreichischen Ärztekammer schaffen. Exakt 1485 Fälle waren es in 20 Jahren. Einer davon betraf Peter S. (Name geändert). Komplikationen nach einer Operation am Fuß verlängerten seinen Krankenstand um drei Monate. Er verlor seinen Job.
Knapp 1500 Fälle wanderten seit 1989 über die Schreibtische der Patientenschiedsstelle. In 54 Prozent wurde den Betroffenen Recht gegeben. Insgesamt wurden mehr als sieben Millionen Euro ausgeschüttet. Geld zu bekommen ist in den meisten Fällen aber gar nicht das Hauptziel, Patienten wollen ernst genommen werden, bringt es Ärztekammer-Chef Christoph Reisner auf den Punkt.
Wie im Fall des Niederösterreichers Peter S. (Name geändert). Nach einer Operation am Fuß zog er sich eine Infektion zu, der Knochen heilte nicht in der geplanten Zeit. Aus 8 bis 12 Wochen Krankenstand wurden sechs Monate. Bitter: Der Mann verlor seinen Job.
Der Patient wurde mit einem schroffen Dann klagen Sie mich doch vom Arzt abgewimmelt. Ein Fall für die Patientenschiedsstelle. Diese stellte fest, dass es kein ärztlicher Fehler, aber mangelhafte Aufklärung war. Dem Mann ist vor dem Eingriff nichts erklärt worden. Der Arzt hat ihn nicht ernst genommen, so Reisner.
Patientenanwalt Gerald Bachinger fordert daher Verbesserungen: Richtiges Kommunizieren ist niemandem in die Wiege gelegt. Das kann man lernen. 2008 wurden in seinem Büro 1200 Fälle behandelt, ein Drittel davon, nämlich die harten, landeten beim Schiedsgericht.
Der Großteil der Fälle betrifft die Chirurgie, die Unfallchirurgie und die Gynäkologie.
Astrid Heinz