Fristlose für 14 Angestellte nach Feier in Wiener Spital

Außenansicht des Krankenhaus Hietzing mit Neurologischem Zentrum Rosenhügel
Außenansicht des Krankenhaus Hietzing mit Neurologischem Zentrum RosenhügelJeff Mangione / KURIER / picturedesk.com
Eine Pensionierungsfeier in der Hietzinger Klinik hat nun ein gerichtliches Nachspiel. 14 Mitarbeiter gehen gegen die fristlose Entlassung vor. 

Wegen der Teilnahme an einer Pensionierungsfeier wurden 14 Mitarbeiter des Klinikums Hietzing entlassen. Diese gehen nun gerichtlich gegen diese Entscheidung vor. Ausgangspunkt der Causa ist eine Verabschiedungsparty einer Mitarbeiterin, die nun ihre Pension antritt. Die Stadt Wien als Dienstgeberin sieht schwere Verfehlungen, der Anwalt der Betroffenen sieht das anders. 

Der Vorfall ereignete sich laut APA-Informationen bereits Ende Februar. Insgesamt 17 Hausarbeiterinnen bzw. Abteilungshelferinnen sollen es mit dem Abstandhalten und dem Tragen von Masken nicht allzu genau genommen haben. Die Krankenhausleitung wurde schließlich wegen eines anonymen Hinweises und in den sozialen Netzwerken geteilter Bilder auf die Pensions-Party aufmerksam gemacht. 

Anwalt der Entlassenen beschwichtigt 

Thomas Mödlagl vertritt die Frauen und schildert die Geschehnisse wie folgt: Eine der Frauen schmiss anlässlich ihrer bevorstehenden Pensionierung eine kleine Feier in einem vom Spitalsalltag nicht betroffenem Raum. Sie habe ein kleines Buffet errichtet und nach und nach ihre Kolleginnen empfangen und diese auch mit Getränken versorgt.

Ab der Mittagszeit seien die Kolleginnen vorbeigekommen und haben der Jubilarin einen Geschenkkorb überreicht. Jene Frauen, die an dem Tag zum Dienst eingeteilt waren, hätten mit antialkoholischen Getränken angestoßen.

Für Abschiedsbilder seien dann die Masken abgenommen worden. Keine der Anwesenden sei länger als 30 Minuten anwesend gewesen, so Mödlagl. Außerdem seien nicht alle Personen gleichzeitig anwesend gewesen, betont der Rechtsanwalt gegenüber der APA.

Die einzige Ausnahme dürfte der Stein des Anstoßes sein. Denn für ein Gruppenfoto sollen alle insgesamt 17 Personen zusammengekommen sein. 

Dienstgeber greift durch

Die Stadt Wien, Dienstgeberin der Frauen, griff rigoros durch. Die 17 Betroffenen wurden vor die Wahl gestellt: Entweder die einvernehmliche Auflösung des Dienstvertrages mit Verzicht auf Abfertigungsansprüche oder die fristlose Entlassung. Nur zwei Frauen stimmten der Vertragsauflösung zu, bei einer Person handelt es sich um eine Personalvertreterin, die bisher noch nicht entlassen wurde. Für den Anwalt sei der Dienstgeber "übers Ziel hinausgeschossen". 

Der Gesundheitsverbund, der die Klinik Hietzing betreibt, widerspricht: "Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kliniken und Pflegeeinrichtungen des Wiener Gesundheitsverbundes tragen eine große Verantwortung (…). 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden dieser Verantwortung Tag für Tag gerecht – und seit mittlerweile über einem Jahr unter besonders schweren Bedingungen. Gerade im Lichte dessen können wir derart verantwortungsloses Verhalten unter keinen Umständen tolerieren", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der APA.

Mehrfache Vergehen 

Solche Zusammenkünfte seien seit Ausbruch der Pandemie "selbstverständlich streng untersagt". Auch, dass die Feier während der Dienstzeit stattgefunden habe, teilweise Alkohol konsumiert worden sei und die offensichtliche Nichteinhaltung von Covid-Schutzregeln auf Fotos dokumentiert wurde, stößt dem Dienstgeber sauer auf. Die "mehrfachen Dienstpflichtverletzungen" hätte die Kollegiale Führung zu den Konsequenzen bewogen. 

Die Klage der Frauen wurde Mitte März beim Arbeits- und Sozialgericht eingereicht. Darin heißt es, dass die Frauen keinen Entlassungsgrund gesetzt hätten und diese daher rechtswidrig seien. Die ersten Verhandlungstermine wurden bereits ausgeschrieben. 

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