Nach Pflegeskandal: Häftling lag tot in seiner Zelle

Es war DER Justizskandal des Jahres 2014: Insasse Wilhelm S. verfaulte lebend in seiner Zelle in Stein. Jetzt starb er in der Justizanstalt Josefstadt.

: Insasse Wilhelm S. verfaulte lebend in seiner Zelle in Stein. Jetzt starb er in der Justizanstalt Josefstadt.

"Er dürfte eingeschlafen und eines natürlichen Todes gestorben sein. Er wurde ja nach dem Skandal ziemlich verwöhnt von allen Seiten", weiß ein Beamter. Am Morgen des 4. Mai lag Wilhelm S. (76) tot in seinem Haftraum in der Sonderjustizanstalt Wilhelmshöhe (Niederösterreich, eine Außenstelle der Justizanstalt Josefstadt).

Nach einem Mordversuch war der ehemalige Fremdenlegionär 1995 in den Hochsicherheitshäfen Stein (Bezirk Krems) gekommen, nach Verbüßung seiner Strafhaft musste er jedoch im Maßnahmenvollzug für geistig abnorme Straftäter bleiben – ohne Aussicht auf eine Entlassung.

Und daher verzichtete Wilhelm S. zur Gänze auf Körperpflege und ärztliche Betreuung. Nach Aufdecken des Skandals, der "Schande von Stein", durch den "Falter" war das Entsetzen jedenfalls groß. Drei Wärter wurden als Sofortmaßnahme (völlig zu Unrecht) suspendiert. Denn Wilhelm S. gestand damals: "Die Justizwachebeamten und das medizinische Personal konnten nichts dafür. Ich habe aufgegeben, mein Körper ist mir völlig egal. Und ich habe den stark verwahrlosten Fuß stets versteckt."

Jetzt starb der 76-Jährige friedlich auf der Wilhelmshöhe in seinem Bett.

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