Nach Polizei-Kontrolle ins Spital

Bild: Sabine Hertel

Normalerweise kostet Beamtenbeleidigung 115 Euro - Mitat Ünal bezahlte dafür mit acht Knochenbrüchen. Eine Diskussion mit einem Beamten geriet nach einer Verkehrskontrolle am Revier außer Kontrolle. Fazit: Serienrippenbrüche, eine zertrümmerte Schulter und ein kaputtes Bein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Normalerweise kostet Beamtenbeleidigung 115 Euro – Mitat Ünal bezahlte dafür mit acht Knochenbrüchen. Eine Diskussion mit einem Beamten geriet nach einer Verkehrskontrolle am Revier außer Kontrolle. Fazit: Serienrippenbrüche, eine zertrümmerte Schulter und ein kaputtes Bein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Alles begann mit einer eigentlich harmlosen Verkehrskontrolle Dienstagabend in der Leopoldstadt. Mitat Ünal hatte keinen Führerschein mit und verweigerte den Alko-Test. Er landete unter Protest auf dem Polizeirevier Ausstellungsstraße und soll hier von einem Beamten schikaniert worden sein.

"Er nannte mich immer wieder 'Gesindel', machte rassistische Äußerungen, führte eine Leibesvisitation durch, wo er mir ständig am Hintern rumgemacht und gelacht hat", erzählt er "Heute". Er habe sich das nicht gefallen lassen wollen und "blöd zurückgeredet". Daraufhin sei der Beamte ausgeflippt: "Er hat mich auf den Boden geworfen, mich mit meinem Schal gewürgt", sagt Ünal. Er sei getreten worden, habe überall Schmerzen gehabt.

Die Nacht verbrachte er in der Zelle – ohne Arzt. Erst am nächsten Tag rief er sich nach der Entlassung selbst einen Krankenwagen. Diagnose: acht (!) Knochenbrüche! Nach der Not-OP erstattete Ünal Anzeige. Das "Referat für besondere Ermittlungen" und die Staatsanwaltschaft arbeiten an dem Fall.

Anna Thalhammer

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